8. Jahrgang Nr. 1 / 25. Januar 2008 - 17. Schwat 5768

Nachrichten

Alte Synagoge in Erfurt saniert

Die Sanierungsarbeiten an der Alten Synagoge in Erfurts Innenstadt wurden nach zwei Jahren im Dezember abgeschlossen. Die rund 1000 Jahre alte Synagoge gehört zu den ältesten in Europa und war nach Pogromen und Brandstiftung 1349 aufgegeben worden. Das einstige jüdische Gotteshaus wurde danach als Lager und Tanzsaal genutzt. Die von Häusern umschlossene Synagoge wurde erst nach 1990 bei der Stadtsanierung wiederentdeckt. Von 2009 an soll dort eine Dauerausstellung über die einst einflussreiche jüdische Gemeinde Erfurts informieren. Im Kellergeschoss werden mittelalterliche Kostbarkeiten wie der vor wenigen Jahren bei Grabungen entdeckte jüdische Schatz mit Schmuck, Silberbarren, Münzen und Hochzeitsring gezeigt, im ehemaligen Tanzsaal sollen wertvolle Handschriften aus dem 11. bis 14. Jahrhundert präsentiert werden, erläuterte Ines Beese, künftige Leiterin der Alten Synagoge.
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Unesco-Welterbetitel für den jüdischen Friedhof

"Der jüdische Friedhof ist ein einzigartiges Archiv aus Stein, ein Zeugnis über die jüdische Geschichte in unserer Stadt", sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bei der Wiedereröffnung der Anlage in Hamburg. Die Hansestadt wolle sich dafür einsetzen, dass der Friedhof den Status als Weltkulturerbe erhält. Die Einzigartigkeit des seit 1960 unter Denkmalschutz stehenden Areals liegt auch darin, dass hier sephardische und aschkenasische Juden nebeneinander beerdigt sind. Der heutige Hamburger Stadtteil, in dem der Friedhof liegt, gehörte bis 1864 zu Dänemark, das den von der iberischen Halbinsel vertriebenen Juden weitreichende Privilegien gewährte. Das zu Beginn des 17. Jahrhunderts angelegte Gräberfeld gilt als einer der bedeutendsten jüdischen Friedhöfe der Welt. Wann der Antrag gestellt werden soll, sei jedoch noch offen.
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