8. Jahrgang Nr. 1 / 25. Januar 2008 - 17. Schwat 5768

Nachrichten

Rechte Punks greifen jüdische Schüler an

Fünf Schüler der jüdischen Oberschule sind in Berlin Mitte Januar angegriffen und antisemitisch beschimpft worden. Die vier Angreifer, die die Polizei dem Aussehen nach als erwachsene Punks beschrieb, hetzten bei dem Vorfall einen mittelgroßen Hund auf die Jugendlichen. Einer der Schüler rettete sich in einen Bäckerladen. Verletzt wurde niemand. Nach einer Benachrichtigung durch Zeugen nahm die Polizei die Angreifer fest.

Die beiden 27- und 31-jährigen Haupttäter seien bei einer Gegenüberstellung wiedererkannt worden, sagte die Polizei. Beide konnten festgenommen werden.

Der Zentralrat der Juden reagiert entsetzt über den Angriff auf die fünf Schüler. Die Tat, noch dazu unter Zuhilfenahme eines Hundes, sei abscheulich und zeige, dass die Gewaltbereitschaft auch unter inländischen Tätern in Deutschland hoch sei, erklärte Präsidentin Charlotte Knobloch. Sie forderte ein «schlüssiges Gesamtkonzept» im Hinblick auf Gewalttaten von Jugendlichen. Dies müsse aus gewaltloser Erziehung, flächendeckender Jugendarbeit und aus effizienter Strafverfolgung bestehen. Es sei zwar bekannt, dass bei einzelnen Mitgliedern der Punkszene ein hohes, antisemitisches Gewaltpotential gebe, aber dass «man sich an Kindern vergreift, gibt dem Fall eine besonders verwerfliche Note», so die Präsidentin. Es bleibe zu hoffen, dass die Täter schnell verurteilt würden.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, verurteilte den Übergriff scharf: «Dieser ganz offensichtlich antisemitisch motivierte Angriff ist unerträglich." Er sei froh, dass die Zeugen die Polizei gerufen und so eine umgehende Festnahme der Täter ermöglicht hätten. «Auch dies ist ein Stück Zivilcourage, wie wir sie im Kampf gegen den Antisemitismus in unserer Gesellschaft immer wieder fordern."
dpa/epd

Dreieinhalb Jahre Haft und Berufsverbot für rechtsextreme Anwältin

Die frühere Verteidigerin des verurteilten Holocaust-Leugners Ernst Zündel muss wegen Volksverhetzung dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Mannheimer Landgericht sprach außerdem ein fünfjähriges Berufsverbot für die Rechtsanwältin aus. Die 44-jährige Juristin - Lebensgefährtin des Rechtsextremisten Horst Mahler - hatte den millionenfachen Mord an den Juden in der Nazi-Zeit im Prozess gegen Zündel bestritten. Zündel selbst war im Februar 2007 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Verteidigung hat inzwischen Revision eingelegt.
dpa