8. Jahrgang Nr. 1 / 25. Januar 2008 - 17. Schwat 5768

Angebot auf hohem Niveau

Jahreshauptversammlung der ZWST - Direktor und Vorstand ziehen positive Bilanz für das Jahr 2007

Auf ihrer Mitgliederversammlung im Dezember in der jüdischen Gemeinde Frankfurt/M. begrüßten die Delegierten der jüdischen Landesverbände und Gemeinden den Präsidenten des European Council of Jewish Communities (ECJC), Dachverband der jüdischen Gemeinden Europas, Jonathan Joseph. Er betonte in seinem kurzen Grußwort, wie wichtig ein unabhängiges jüdisches Netzwerk auf Grundlage einer engen Zusammenarbeit der vielen kleinen und größeren Gemeinden und Organisationen in Europa sei, damit ihre soziale Arbeit auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Hier ist das Engagement der ZWST und ihres Direktors Beni Bloch, zugleich auch Vizepräsident des europäischen Dachverbandes, sehr hilfreich.

In ihren Berichten betonten der ZWST-Vorstandsvorsitzende Abraham Lehrer und Direktor Bloch, dass man es trotz knapper Kassen geschafft habe, weiterhin ein vielfältiges Angebot auf hohem Niveau bereitzustellen. Beide bedankten sich beim Zentralrat, der mit seiner finanziellen Unterstützung die Arbeit der ZWST intensiv unterstützt.

Die Palette der erfolgreich angeschobenen Projekte reicht von der Wiederaufnahme der Israel-Reisen für Kinder und Jugendliche, der Erweiterung und Modernisierung des „Max-Willner-Heims" in Bad Sobernheim, einer vom Sozialreferat initiierten Zusammenarbeit mit der Otto-Benecke-Stiftung zur Förderung der beruflichen Integration im Jahr 2008 bis zum Jugendkongress 2008 in Israel aus Anlass des 60. Jahrestages, der in Kooperation mit dem Zentralrat stattfinden wird. Der Direktor erwähnte außerdem die zentrale Bedeutung des in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt gestarteten Studiengangs „Jüdische Sozialarbeit", da die Gemeinden ab 2009 keine staatlichen Subventionen mehr erhalten, wenn keine ausgebildeten Sozialarbeiter dort tätig sind. Bezüglich des mittlerweile sehr erfolgreichen ZWST-Projektes für Menschen mit Behinderung appellierte der Direktor an die Gemeinden, ihre Türen in jeder Hinsicht behindertengerecht zu öffnen.

Einen drängenden Appell richtete Bloch an die Delegierten, mehr für die Jugendarbeit in den Gemeinden zu tun, zumal es in vielen Gemeinden überhaupt keine Jugendarbeit gibt. Wenn manche Gemeinden dies nicht besser in den Griff bekämen, stände man in Zukunft vor leeren Gemeinden. Jugendprojekte der ZWST, wie die Gruppe „Lehawa" verdeutlichten immer wieder, das der Bedarf da wäre. Die Jugendarbeit war dann auch zentrales Thema der anschließenden Diskussion. So berichtete Dr. Josef Schuster vom LV Bayern und Präsidiumsmitglied des Zentralrat von dem Modell des festangestellten Jugendreferenten im Landesverband, der von hier aus die kleineren Gemeinden in der Region besucht und sie unterstützt. Ein Modell, das auch im LV Nordrhein funktioniert. Esra Cohn vom ZWST-Vorstand stellt die Arbeit der Kulturakademie als Ergänzung zum Jugendzentrum in Düsseldorf vor, bei der das Lernen im Mittelpunkt steht. Beni Bloch betonte, dass es zunächst keine Geldfrage sei, sondern dass man auf gute junge Leute mit Führungsqualitäten zugehen müsse, sie in die Gemeinden holen und die Vernetzung und überregionale Treffen fördern solle.

Auf der Tagesordnung stand weiterhin der Jahresabschluss mit dem Bericht der Prüfungskommission und einstimmiger Entlastung des Vorstandes. Die Prüfungskommission wurde mit fünf Mitgliedern neu gewählt. Weiterhin wählten die Delegierten einen neuen Vorstand. Herr Lehrer begrüßte die neuen Vorstandsmitglieder und richtete Dank und Anerkennung an Charlotte Knobloch, die sich als Präsidentin des Zentralrates aus Zeitmangel nicht erneut zur Wahl stellte. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wählte der neue Vorstand in einer konstituierenden Vorstandssitzung aus seiner Mitte Abraham Lehrer als „neuen und alten" Vorsitzenden. Die ZWST bedankt sich abschließend bei allen Mitarbeitern und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Zentralrat, den Landesverbänden und Gemeinden.
HvB

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Der neue Vorstand der ZWST:
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Abraham Lehrer (Köln)
Michael Licht (Köln)
Sarah Singer (Berlin)
Prof. Leo Latasch (Frankfurt/M.)
Michael Warman (Hamburg)
Ellen Rublov (Magdeburg)
Moishe Waks (Berlin)
Esra Cohn (Düsseldorf)
Dr. Josef Schuster (Würzburg)
Alexander Chraga (Bochum)