7. Jahrgang Nr. 12 / 21. Dezember 2007 - 12. Tewet 5768

Neue Synagogen für Potsdam und Schwerin

Das Land Brandenburg will bis 2011 eine neue Synagoge in der Potsdamer Innenstadt errichten. Dazu entwickelt der Landesbetrieb Bau ein landeseigenes Grundstück in zentraler Lange an der Schlossstraße. Dort sollen neben dem Gotteshaus noch weitere Neubauten errichtet werden. Aus deren Vermarktung könne der Synagogenbau finanziert werden, so Finanzminister Rainer Speer (SPD). Das Vorhaben sei mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland abgestimmt. Dieser befürworte den Bau und bemühe sich, den Konflikt zwischen der Jüdischen Landesgemeinde und der Gesetzestreuen Jüdischen Gemeinde zu schlichten, erklärte Speer. Die Gesetzestreue Gemeinde wirft dem Land vor, die Landesgemeinde bei der Förderung zu bevorzugen. Für die Nutzung der neuen Synagoge soll nach Angaben Speers nun ein gemeinsames Konzept entwickelt werden, an dem beide Gemeinden beteiligt werden. Die Jüdische Gemeinde in Schwerin soll bis zum 9. November nächsten Jahres eine neue Synagoge erhalten. Nach nunmehr fünf Jahren der Standortsuche und der Konzeptdiskussion wurde jetzt eine Vereinbarung zum Neubau des Gotteshauses in Schwerin unterzeichnet, wie das Kultusministerium von Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Den Vertrag wurde von Minister Henry Tesch (CDU), Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU) und von Valerij Bunimov vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet. Der Neubau soll an historischer Stätte am Schlachtermarkt entstehen. Dort hatten Juden ihre Synagoge in der Pogromnacht im November 1938 eigenhändig abreißen müssen.
dpa/zu/kna