4. Jahrgang Nr. 9 / 29. September 2004 - 14. Tischri 5765
Russische
Seele – „Champagner mit Galle“
Der
russischsprachige Autor Friedrich Gorenstein ist in Deutschland längst kein
Unbekannter mehr. Hat der 1932 in Kiew geborene doch seit 1979 bis zu seinem
viel zu frühen Tod 2002 in Berlin gelebt. Hier entstanden seine bekannten
Romane, die sich oft wie böse Märchen lesen. Gorenstein verknüpft darin
Autobiografisches mit philosophisch-religiösen Betrachtungen, Grundthemen sind
Stalinismus und Antisemitismus. Zu seinen Werken gehören Die Sühne, Der Platz und Malen, wie die Vögel singen.
Aus
der bitter-sarkastischen, zuweilen ironischen Erzählung „Champagner mit Galle“
hat Regisseur und Journalist Juri Vexler ein Theaterstück für zwei Schauspieler
konzipiert. Auf der Bühne stehen der berühmte Moskauer Schauspieler Alexander
Filippenko und Ernst Zorin.
Die
Aufführungen sind in russischer Sprache mit Simultanübersetzung.
Jiddische
Unterhaltung – Theater aus Tel Aviv
Nostalgie,
Humor und Ironie kennzeichnen das Kabarettstück der israelischen Theatertruppe
„Yiddishpiel“, die mit einem reinen
Frauen-Ensemble aus Tel Aviv zu Gast ist. Tanzend und singend, unterhaltend und
ernst präsentieren die Schauspielerinnen Facetten aus dem Leben jüdischer
Frauen.
Seit
1987 hat sich das israelische Ensemble um Direktor Shmuel Atzmon der jiddischen
Tradition und Kultur verschrieben – mit Erfolg. Immer wieder tourt das
„Yiddishpiel“ rund um den Globus und unterhält seine weltweite Fangemeinde mit
bekannten und weniger bekannten Stücken aus dem reichhaltigen Repertoire
jiddischer Literatur. Generationen von Juden auf der ganzen Welt sind mit
dieser so pathetisch, humorvoll-ironischen Sprache aufgewachsen, die auch hier
in Deutschland längst wieder ein fester Bestandteil der jüdischen
Kulturlandschaft geworden ist.
Die
Aufführungen sind in jiddischer Sprache.
Bilder
eine Stadt - Ausstellung
Jerusalem
- die Geschichte, die Menschen und die Veränderungen dieser biblischen Stadt
stehen im Mittelpunkt dieser herausragenden Fotoausstellung, die Ende Oktober
zunächst in Recklinghausen zu sehen ist. In Zusammenarbeit mit dem
Generalkonsulat der Türkei hat der Landesverband der Jüdischen Gemeinden
Niedersachsen 187 historische Aufnahmen zusammengestellt, die die Entwicklung
und das Miteinander der Kulturen und der Religionen im damaligen Palästina am
Beispiel von Jerusalem im Übergang zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert
dokumentieren.