02.10.2007

Berliner Philharmonie: Deutsches Symphonieorchester führt am Tag der Deutschen Einheit Musik des Antisemiten Hans Pfitzner auf

„Mit der Aufführung des Konzerts „von der deutschen Seele" des Komponisten Hans Pfitzner am Tag der deutschen Einheit in der Berliner Philharmonie, rehabilitiert Chefdirigent Ingo Metzmacher in skandalöser Weise einen Sympathisanten des Nationalsozialismus und selbsterklärten Antisemiten", so der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dr. Dieter Graumann.

Hans Pfitzner hat sich selbst als geistigen Verfechter der Theorien des Nationalsozialismus verstanden und den Massenmord an den Juden auch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus im Jahre 1945 als „unvermeidlich" bezeichnet.

„Metzmachers Aufführung ist keine Kunst und schon gar kein Beitrag zu einer streitbaren künstlerischen Auseinandersetzung, sondern der dreiste und gemeingefährliche Versuch durch Provokation einen unbelehrbaren Antisemiten salonfähig zu machen. Angesichts Metzmacher's Absicht, die Pfitzner Aufführung durch die fünfte Symphonie von Beethoven und den Ernsten Gesängen von Eisler Les Preludes von Liszt, das die Nazis als Erkennungsmelodie für die Wehrmachtsmeldungen missbraucht haben, zu komplettieren, muss man sich die Frage stellen, wessen Geistes Kind der neue Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters Berlin ist", so Graumann.

„Wer bei Pfitzner die Musik vom politischen und biographischen versucht zu trennen, der hat nichts aus der Nazi-Diktatur gelernt. Die Aufführung gerade am Tag der Deutschen Einheit erweist dem Land und den Menschen einen denkbar schlechten Dienst und bestärkt rechtextremistische und nationalistische Umtriebe", meint Graumann.

Berlin, den 02. Oktober 2007

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Dokumentation des Briefwechsels

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