7. Jahrgang Nr. 9 / 28. September 2007 - 16. Tischri 5768

Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler

Zu Rosch Haschana sende ich Ihnen meine herzlichsten Grüße und wünsche allen, die das Fest begehen, schöne Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr. Zum Jahreswechsel gehört der Blick zurück auf die vergangenen Monate: die rasante Entwicklung der Kinder, die fröhlichen, aber auch die bitteren Momente im eigenen Leben, bei Verwandten, Freunden und Bekannten. Gerade zu jenen, die in diesen Tagen voll Trauer und Sorge sind, gehen die Gedanken. Möge ihnen die Anteilnahme eine Stütze sein.

Wenn ich zurückschaue, dann sehe ich dankbar und mit großer Anerkennung auf die Veränderungen in den jüdischen Gemeinden hierzulande. Durch den Zuzug von Bürgern aus den ehemaligen Sowjetrepubliken hat sich eine Vielfalt und Lebendigkeit entwickelt, die sich jedes Jahr durch Synagogeneinweihungen, neue Chöre, Musikgruppen, Sportvereine, Jugendveranstaltungen und vieles mehr weiter entfaltet. Ich weiß, dass sich einige von Ihnen, um den Herausforderungen in den Gemeinden Tag für Tag gerecht werden zu können, weit über Ihre Kräfte hinaus engagieren. Ihre Mühe ist keine Selbstverständlichkeit. Ich sehe darin auch ein besonderes, unverdientes Geschenk für unser Land, für das Ihnen unser aller Dank gebührt.

Vielleicht können die Feiertage ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit in den Alltag einziehen lassen und die Zuversicht für die kommenden Aufgaben stärken. Die schöne jüdische Tradition, zum Beginn des neuen Jahres einen Segen über einem mit Honig bestrichenen Apfel zu sprechen, steht für den Wunsch, dass das kommende Jahr gut und süß werde. Ich hoffe, dass dieser Wunsch für Sie alle in Erfüllung geht.