7. Jahrgang Nr. 8 / 31. August 2007 - 17. Elul 5767

Keine DVU-Abgeordneten mehr in westdeutschen Landtagen

Herber Rückschlag für die DVU: Mit dem Austritt des Vizebundesvorsitzenden Siegfried Tittmann verliert die rechtsextreme Partei nicht nur den einzigen Abgeordneten in einem westdeutschen Landesparlament, sondern auch eine der wenigen halbwegs bekannten Persönlichkeiten. Der 53-jährige Tittmann, seit 1999 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, hatte im Juli die Partei verlassen. Das Land Bremen und vor allem die Stadt Bremerhaven galten als regionaler Schwerpunkt der Partei im Westen. In Ostdeutschland ist die DVU nur im Brandenburger Landtag vertreten. Die Partei verliere nun weiter gegenüber ihrem Bündnispartner NPD an Gewicht, sagen Verfassungsschützer. NPD-Fraktionen sitzen in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Und die Bremer Bastion der DVU bröckelt weiter. Der Bremerhavener Stadtverordnete Anatoli Wolf verabschiedete sich jetzt ebenfalls aus der Partei. Da Tittmann auch Mitglied der DVU-Gruppe in der Bremerhavener Vertretung war, bleibt dort von der bislang drei Mitglieder zählenden Gruppe nur ein Verordneter übrig.

Anlass der Trennung Tittmanns von der DVU waren Überlegungen der Parteispitze um den Patriarchen Gerhard Frey, in Bremen neue Leute in Position zu bringen. Gerhard Frey junior, ältester Sohn des DVU-Chefs und möglicher Nachfolger, interpretiert Tittmanns Abgang als Chance für einen Neuanfang: "Keine Lokomotive kann die Richtung ändern, ohne kurz zum Stillstand zu kommen."
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