7. Jahrgang Nr. 8 / 31. August 2007 - 17. Elul 5767

Nachrichten

Hessens NPD-Chef wegen Holocaust-Leugnung verurteilt

Der hessische NPD-Vorsitzende Marcel Wöll ist wegen Volksverhetzung zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Friedberg sah es als erwiesen an, dass der mehrfach wegen Körperverletzung vorbestrafte 24-Jährige während einer Sitzung des Wetterauer Kreistages im März den Holocaust geleugnet hat. Wöll soll laut Anklage im Anschluss an eine Haushaltsdebatte von «Stätten des sogenannten nationalsozialistischen Terrors» gesprochen haben. Es ging dabei um Zuschüsse zu Schüler- und Jugendfahrten zu den Gedenkstätten. Der Kreistagsabgeordnete soll diese Fahrten als «Gehirnwäsche für Schüler» bezeichnet haben. Wöll gab dies in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung zu. Er sei aber nicht der Meinung gewesen, damit den Holocaust zu leugnen. Dies habe er auch gar nicht gewollt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate ohne Bewährung gefordert, die Verteidigung dagegen Freispruch. Die rechtsextreme NPD wird vom Verfassungsschutz beobachtet. In Hessen hat sie rund 400 Mitglieder.
dpa

Schneider neuer Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses

Michael Schneider, jüdischer Funktionär südafrikanischer Abstammung, wird neuer Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses (WJC). Am 10. September löst er in diesem Amt Stephen Herbits ab. Der 1936 gegründete Jüdische Weltkongress vertritt weltweit jüdische Belange und kämpft gegen Antisemitismus. In Deutschland erstritt er Kompensationszahlungen der Wirtschaft in Milliardenhöhe an Holocaust-Überlebende.
KNA