4. Jahrgang Nr. 8 / 26. August 2004 - 9. Elul 5764

Treppentürme müssen verschwinden

Neuanfang für historische Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ in Berlin

Die Tage der 19 Meter hohen Treppentürme auf dem Gelände der Topographie des Terrors in Berlin-Kreuzberg sind gezählt: Wenn es nach dem Willen des Berliner Senats und der Topographie-Stiftung geht, werden die beiden einsamen Gebäude bereits im September abgerissen. Dann ist – wie bereits bekannt – der Weg frei für einen neuen Architektenwettbewerb zur Bebauung des historischen Geländes.

Hintergrund: Bereits 1992 hatte der Berliner Senat beschlossen gemeinsam mit der Stiftung einen Neubau für den „Ort der Täter“ – hier war zwischen 1933 und 1945 die zentrale Schaltstelle nationalsozialistischer Repressions- und Verbrechenspolitik – zu schaffen. Der Schweizer Architekt Peter Zumthor entschied den Wettbewerb für sich, 1995 fand der erste symbolische Spatenstich statt. Doch es stellte sich bald heraus, dass die von Land und Bund gemeinsam zur Verfügung gestellten Baukosten von 36 Millionen Mark nicht ausreichen würden. Da die zu erwartenden Kosten die 38 Millionen Euro Grenze überschreiten würden, entschied sich der Berliner Senat im Mai, den umstrittenen Neubau zunächst zu stoppen. Jetzt soll ein neuer Wettbewerb beginnen, um auf dem Gelände schließlich einen abgespeckten Neubau zu errichten, der keinesfalls das 23-Millionen-Limit für Baukosten überschreiten darf.

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