7. Jahrgang Nr. 7 / 27. Juli 2007 - 12. Av 5767

Bundeskanzlerin war zu Gast in Heidelberg

Jüdische Hochschule präsentierte Neubaupläne, Angela Merkel sprach über Toleranz der Religionen

Mit großem Interesse hat sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vom Vize-Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Dr. Salomon Korn, und vom Rektor der Hochschule für Jüdische Studien, Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, die Neubaupläne für den Erweiterungsbau der Hochschule bei ihrem Besuch in Heidelberg erläutern lassen. Gleichwohl sparte Kanzlerin Merkel in ihrem anschließenden Vortrag nicht mit Lob für ihre Gastgeber: Die Hochschule für Jüdische Studien sei einzigartig in Europa. Außerdem hatte die Kanzlerin Gelegenheit , mit Studierenden über das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in der Bundesrepublik Deutschland zu diskutieren.

Auf Einladung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 11. Juli im Rahmen der „Heidelberger Hochschulreden" in der Aula der Alten Universität einen Vortrag zum Thema Toleranz - die Basis des Miteinanders der Religionen und Kulturengehalten. In ihrer Rede rief die Kanzlerin zu mehr religiöser und gesellschaftlicher Toleranz in Europa auf. Nur so könne die Integration von Ausländern gelingen, hieß es weiter. Merkel ermunterte die Religionen dazu, die Welt mit den Augen des jeweils anderen zu entdecken. "Das ist fast das Spannendste", betonte sie. Dieser Prozess führe zu Dialog und demokratischer Willensbildung.

Der Rektor der Heidelberger Hochschule erinnerte in seiner Begrüßung an Angela Merkels ersten Besuch in der Hochschule für Jüdische Studien im Jahre 1991 in ihrer damaligen Funktion als Bundesministerin für Frauen und Jugend. Sie war anlässlich der Eröffnung einer Konferenz zu dem Thema „Geschichte der jüdischen Frau in Deutschland" gekommen. Bereits damals hat sie in ihrer Eröffnungsrede ausgesprochen, was heute wissenschaftlicher Standard ist: Die Geschichte des Judentums in Deutschland und ihre Beschreibung ist zugleich auch Teil der deutschen Geschichte. Bodenheimer hob hervor, dass die Hochschule für Jüdische Studien, die erstmals in ihrer knapp dreißigjährigen Geschichte von einem Regierungsoberhaupt besucht wurde, „heute unterwegs ist, sich als europäisches Kompetenzzentrum für Jüdische Studien zu etablieren". Dabei sei es Ziel der jüdischen und nichtjüdischen Dozierenden und Studierenden „in einer christlich geprägten Umgebung gemeinsam jüdische Studien zu betreiben, um in die pluralistische Gesellschaft auszustrahlen".

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