7. Jahrgang Nr. 6 / 29. Juni 2007 - 13. Tammus 5767

Nach 65 Jahren wieder zurück

Jüdische Gemeinde Hamburg eröffnet Zentrum im Grindelviertel

Ein Traum hat sich erfüllt. Denn das jüdische Leben Hamburgs ist nach Hause zurückgekehrt, ins Grindelviertel." Für Andreas Wankum, den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, war die Wiedereröffnung der Talmud-Tora-Schule - dem neuen Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg - ein bewegender Moment. Mit einem Festakt wurde das für drei Millionen Euro sanierte Gebäude am Grindelhof 30 Anfang Juni offiziell eingeweiht. Somit schlägt das Herz des jüdischen Lebens in der Hansestadt nach 65 Jahren wieder an seinem abgestammten Platz im historischen Grindelviertel. 1933 lebte etwa ein Viertel der 20 000 Hamburger Juden im Grindelviertel.

Mit dem jetzigen Einzug der Gemeinde und der Schule zum nächsten Schuljahr wird auch Joseph Carlebach gewürdigt, der zwischen 1921 und 1925 als Rektor der Schule mit reformpädagogischen Ansätzen wirkte. Seit 1936 war er Oberrabbiner von Hamburg, 1941 wurden er und seine Familie ins Konzentrationslager Jungfernhof (bei Riga) deportiert und dort 1942 ermordet. Das für drei Millionen Euro sanierte Gemeindezentrum beherbergt die Gemeindeverwaltung, einen Kindergarten, einen Hort und bald auch die wieder gegründete jüdische Joseph-Carlebach-Schule.

Mit der Verleihung der Herbert-Weichmann-Medaille für Verdienste um das jüdische Leben in Deutschland wurde das Haus eröffnet. Erste Preisträger sind Hermann-Hinrich Reemtsma, dessen Stiftung die Sanierung des Gebäudes mit 500.000 € unterstützte, sowie - posthum – der verstorbene Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel sel. A..

dpa/zu