7. Jahrgang Nr. 5 / 25. Mai 2007 - 8. Siwan 5767

Der israelische Beitrag für die Kunstbiennale in Venedig entsteht in Berlin

Der israelische Pavillon auf dem Biennale-Gelände in Venedig ist ebenso modern wie der Staat, den er repräsentiert: Er wurde 1952 – nur vier Jahre nach Staatsgründung - von Zeev Rechter entworfen. Derzeit wird darin eine große Installation aufgebaut, mit der die junge israelische Künstlerin Yehudit Sasportas (Jahrgang 1969) ab dem 10. Juni Israel auf der Biennale repräsentiert. Sasportas kombiniert dafür ihre charakteristischen Landschaftszeichnungen mit Projektionen und Skulpturen zu einem Raumkunstwerk und schafft phantastische Landschaften in Schwarz-Weiß, die surreal, morbide, erhaben und gespenstisch wirken. Ihre Arbeit verbindet die Architektur der Räume mit menschenleeren Natur- und Landschaftsbildern zu einem Gesamtkunstwerk. Ihre Bilder zeigen oft tote Baumstümpfe, Lichtungen in einsamen Wäldern, Seen und eiserne Bergkuppen. Sasportas lebt überwiegend in Berlin: "Ich mag Berlin sehr, weil ich mich hier gut auf meine Arbeit konzentrieren kann. Berlin hat mehr Tiefe und Schwere und Dunkelheit als meine Heimat Tel Aviv. Berlin war sehr großzügig zu mir und hier gibt es ein großes Interesse an meiner Kunst. Künstler werden in Berlin viel besser behandelt als in London, Paris oder New York. Israel scheint mir oft wie ein Pulverfass. Das Leben dort gleicht oft einem Tanz auf dem Vulkan. Israel hat einen nervösen Puls". Yehudit Sasportas' feine Strichzeichnungen wirken deshalb bisweilen wie das Werk einer emotionalen Seismographin.
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