7. Jahrgang Nr. 5 / 25. Mai 2007 - 8. Siwan 5767

Nachrichten

Rechtsextreme Schmierereien in Dessau entdeckt

In Dessau (Sachsen-Anhalt) sind ein Mahnmal für jüdische NS-Opfer und mehrere Gebäude mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert worden. Insgesamt waren fünf verschiedene Orte betroffen. An die Gedenk-Stele der jüdischen Gemeinde wurde ein Hakenkreuz gesprüht. Das Mahnmal erinnert an die Deportation der Dessauer Juden und an die Zerstörung der Synagoge. Ein Gebäude, in dem sich ein Büro des Dessauer Bündnisses gegen Rechtsextremismus befindet, wurde mit SS-Runen verschandelt. Die Polizei vermutet, dass es sich in allen fünf Fällen um die selben Täter handelt.
dpa

Anti-jüdische Ansichten

Laut einer Studie der Anti-Defamation League haben viele Europäer weiterhin "klassische" anti-jüdische Ansichten und Vorurteile. Die Erhebung wurde in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien durchgeführt. Mehr als 40 Prozent der Befragten hätten die Ansicht geäußert, dass Juden zu viel darüber sprächen, was ihnen während des Holocausts widerfahren sei. Ähnlich viele Menschen glaubten, Juden hätten in der Wirtschaft zu viel Macht. Zwanzig Prozent der dort lebenden Menschen machen die Juden für den Tod von Jesus Christus verantwortlich. Besonders groß ist die Ablehnung gegenüber Juden in Polen und Spanien. Allein in Deutschland seien die traditionellen Stereotype in den letzten zwei Jahren nicht weiter gestiegen. Solche Einstellungen könnten Antisemitismus und neue Gewalt gegen Juden zur Folge haben, sagte Abraham Foxman, Vorsitzender der US-Organisation, die sich gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden einsetzt.
dpa/zu