7. Jahrgang Nr. 4 / 27. April 2007 - 9. Ijar 5767

Nachrichten

Förderung für Schulprojekte

Innerhalb des Leo Baeck Programms "Jüdisches Leben in Deutschland - Schule und Fortbildung" gibt es zwei neue Ausschreibungsrunden. Zum 1. Mai und zum 1. Oktober 2007 können wieder Anträge auf Förderung eingereicht werden. Ziel des Programms ist es, die deutsch-jüdische Geschichte als integralen Bestandteil der deutschen Geschichte im Schulunterricht zu verankern. Mit den zwei neuen Ausschreibungsterminen sollen verstärkt Projekte gefördert werden, die sich auf die Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945 beziehen. Hierfür wendet es sich vor allem an Multiplikatoren aus Museen, Lehrerfortbildungsinstituten, Vereinen und Universitäten, aber auch an einzelne Schulen, wenn sie ein längerfristiges Projekt durchführen wollen.

Das Leo Baeck Programm "Jüdisches Leben in Deutschland - Schule und Fortbildung" geht auf eine gemeinsame Initiative der Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts e.V., des Fonds' "Erinnerung und Zukunft" und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zurück. Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Homepage www.lehrerfortbildung-leo-baeck.de nachlesen.
zu

Lehrmethoden der Bundeswehr sind "brandgefährlich"

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Verwendung von NS-Fahnen bei einer Ausbildung an der Dresdner Offiziersschule der Bundeswehr scharf kritisiert. „Die Begründung, dass es um eine möglichst realistische Darstellung bei der politischen Bildung gegangen sei, ist unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen", sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer. Wenn eine Hakenkreuzflagge nötig sei, um künftigen Offizieren der Bundeswehr den Extremismus von links und rechts zu vermitteln, "dann stimmt etwas am Ausbildungskonzept nicht". Das seien "Lehrmethoden auf unterstem Niveau und zudem noch brandgefährlich". Nach Angaben der Bundeswehr hingen die beiden Flaggen Anfang des Monats einen Tag lang in einem Schulungsraum der Heeresschule. Sie seien ordnungsgemäß vom Landeskriminalamt ausgeliehen worden.

Wie ein Bundeswehr-Sprecher sagte, sind sowohl die Hakenkreuzfahne als auch die Reichskriegsflagge im Rahmen der politischen Bildung verwendet worden. Die Offiziersschüler werden in den Fächern Extremismus, Terrorismus und Nationalsozialismus unterrichtet. Dabei gehe es um die Vermittlung von Fakten und Wissen, sagte der Sprecher. Im Rahmen dieser Seminare seien auch die Fahnen aufgehängt worden. Das sei unglücklich gewesen. Da sich der Vorfall in der Kaserne ereignete, habe die Öffentlichkeit nichts davon mitbekommen.

Zentralrats- Generalsekretär Kramer warf den Verantwortlichen an der Offiziersschule vor, "leichtfertig und grob fahrlässig" mit den Insignien des NS-Regimes umgegangen zu sein. Dabei verwies er auf den zunehmenden Rechtsextremismus auch in der Mitte der Gesellschaft und die wachsende Glorifizierung der Nazi-Herrschaft.
dpa