7. Jahrgang Nr. 4 / 27. April 2007 - 9. Ijar 5767

EJC fordert Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus

Der Europäische Jüdische Kongress (EJC) ist enttäuscht über den EU-Rahmenbeschluss zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. An keiner Stelle des von den EU-Justizministern gebilligten Kompromissvorschlags werde der Antisemitismus erwähnt, kritisierte der EJC. Dabei handele es sich beim Antisemitismus um die älteste Form des Rassismus in Europa, und die Zahl antisemitischer Übergriffe steige an. Es sei eine Schande, dass Europa seiner besonderen Verantwortung bei der Bekämpfung des Antisemitismus nicht gerecht werde. Die EU-Justizminister hatten sich am 19. April in Luxemburg auf gemeinsame Mindeststrafen für rassistische und fremdenfeindliche Übergriffe geeinigt. Mit dem Rahmenbeschluss sollen künftig EU-weit Aufrufe zu Hass und Gewalt aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Gründen mit mindestens ein bis drei Jahren Haft bestraft werden.

Zuvor , bei einem Treffen am 27. März zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und führenden Vertretern des Europäisch Jüdischen Kongresses (EJC) in Berlin unterstrichen die jüdischen Vertreter die Bedeutung der EU in der internationalen Politik. Außerdem rief EJC-Präsident Pierre Besnainou die Bundesregierung zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus in Europa auf. Darüber hinaus ging es bei dem Gespräch auch um jüdisches Leben in den europäischen Staaten heute und das europäische Verhältnis zu Israel. Besnainou betonte, der EJC sei zu einem verstärkten interreligiösen Dialog mit den christlichen Kirchen und mit Muslimen bereit. Bei dem Besuch im Kanzleramt waren EJC-Generalsekretär Serge Cwajgenbaum, EJC-Vize-Präsident Ariel Muzicant, EJC-Präsident Pierre Besnainou, EJC-Vizepräsidentin und Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch, die EJC-Vize-Präsidenten Henry Grunwald und Roger Cukierman sowie der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer (v.l.) Foto: Bundespresseamt

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