7. Jahrgang Nr. 3 / 30. März 2007 - 11. Nissan 5767

Rechtsextreme Personenschützer bei Friedman

Der Einsatz von drei möglicherweise rechtsradikalen Polizisten als Personenschützer des ehemaligen Vize-Präsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, hat heftige Kritik beim Zentralrat ausgelöst. Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch zeigte sich über den Vorfall «entsetzt und schockiert». Sie kritisierte auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft, die zwei von drei Verfahren gegen die Polizisten eingestellt hat. «Ich bin entsetzt und schockiert, dass es in einem so sensiblen Bereich, wo es um den Schutz von Menschenleben auch vor Rechtsextremen geht, zu einem solchen Skandal kommen konnte», sagte Knobloch. Zur Einstellung der Verfahren meinte sie: «Es ist nicht hinnehmbar, wenn das Posieren eines Polizeibeamten in einer SS-Uniform und das stolze Herumzeigen dieser Aufnahmen im Kollegenkreis von der Staatsanwaltschaft im vorauseilenden Gehorsam als Kavaliersdelikt eingestuft werden.»

Friedman war zeitweise von drei Polizisten geschützt worden, die möglicherweise rechtsradikalem Umfeld zuzuordnen sind. Gegen zwei der Polizisten hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber wegen geringer oder nicht vorhandener Schuld wieder eingestellt. Das Verfahren gegen den dritten läuft noch.

dpa