7. Jahrgang Nr. 3 / 30. März 2007 - 11. Nissan 5767

Zentralrat der Juden stiftet Thorarolle im Gedenken an Paul Spiegel sel. A.

Feierstunde mit Oberrabbinern aus Israel

Zur Eröffnung der Feierstunde am 25. März sang der Kinderchor der Berliner Heinz-Galinski-Grundschule David Melech Israel und Jerushalajim shel sahav, dann eröffnete Kantor Chaim Adler die Feierstunde im Gedenken an Paul Spiegel sel. A., Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland,in der Berliner Synagoge Joachimsthaler Straße mit einem Gebet. Anlass für die feierliche Zeremonie war die Beendigung des Schreibens der Thora (Sijum Ktiwat Sefer Thora), die der Zentralrat der Juden in Deutschland in Erinnerung an ihren vor knapp einem Jahr verstorbenen Präsidenten in Israel hatte schreiben lassen. In Anwesendheit der beiden Oberrabbiner aus Israel, Schlomo Amar und Yona Metzger, vollendeten zahlreiche Ehrengäste das „Buch der Bücher" mit seinen 600.000 Buchstaben und 613 Geboten. Bei dem Sijum Ktiwat Sefer Thora wurden - ganz der Tradition entsprechend - die letzten zwölf Buchstaben des 5. Buch Moses mit einer Gänsefeder unter das kostbare Dokument aus festem Pergament gesetzt. An der feierlichen Zeremonie nahmen neben Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch, Paul Spiegels Witwe Gisèle sowie ihre beiden Töchter Leonie und Dina, zahlreiche Gäste und der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Ilan Mor, teil.

In seinem Grußwort sprach Präsidiumsmitglied Nathan Kalmanowicz in Zusammenhang mit dieser außergewöhnlichen Feierstunde von einem „historischen Moment" vor allem in Bezug auf den ersten offiziellen Besuch der beiden israelischen Oberrabbiner in der Bundesrepublik: „Wir sind sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist, diese Feier in Berlin, wo der Schrecken der Shoah seinen Anfang nahm und wo der Zentralrat der Juden in Deutschland heute seinen Sitz hat, zu veranstalten.

„Ganz im Sinne des Verstorbenen Paul Spiegel sel.A. wird die Thora der Jugend unserer Zukunft gewidmet", freut sich der Vorsitzende der Zentralratwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer. Beide Oberrabbiner machten in ihren kurzen Ansprachen deutlich, dass sie der nach der Shoah wieder entstandenen jüdischen Gemeinschaft in Deutschland mit Ihrem Besuch ihre aufrichtige Annerkennung zollen. Gleichzeitig wollen sie damit ihren Brüdern und Schwestern Mut machen, den eingeschlagenen Weg, ein neues lebendiges deutsches Judentum in Deutschland aufzubauen, weiter zu gehen.

Zum Abschluss ihres Deutschlandbesuches waren die beiden Oberrabbiner zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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