7. Jahrgang Nr. 3 / 30. März 2007 - 11. Nissan 5767

Religiöses Recht für Alle

Zentralrat der Juden in Deutschland plädiert für „Wort zum Schabbat" oder „Wort zum Wochenende"

Zukunft 7. Jahrgang Nr. 3
Zukunft 7. Jahrgang Nr. 3

Keine Sonderregelungen für religiöse Minderheiten in Deutschland, sondern gleiche Rechte für alle Religionsgemeinschaften hat der Zentralrat der Juden in Deutschland gefordert. Der Vizepräsident des Zentralrats, Professor Dr. Salomon Korn, reagierte damit auf die Pläne des ZDF ab Sommer auf seiner Internet-Seite ein „Wort zum Freitag" für Muslime in Deutschland einzuführen (siehe Interview). Es müsse „gleiches Recht für alle gelten", sagte Korn, der auch dem ZDF-Fernsehrat angehört. Korn schlug als Alternative ein „Wort zum Schabbat" oder ein „Wort zum Wochenende" vor, in dem Christen, Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten und Nichtgläubige ihre „moralische Grundsätze" darstellen könnten. So werde niemand benachteiligt", betonte Korn.

Mitte Februar hatte das Zweite Deutsche Fernsehen angekündigt, künftig für die rund 3,5 Millionen in Deutschland lebenden Muslime eine religiöse Sendung auszustrahlen. Die „islamische TV-Andacht" soll nach den Überlegungen der ZDF-Intendanz zuerst online zugänglich sein. Mit dem neuen Angebot wolle das ZDF im Internet „Ansichten, Kommentare, Gespräche als Gedanken zum Tag aus muslimischer Sicht anbieten", sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. Die redaktionelle Verantwortung liege beim ZDF. Die Mainzer Rundfunkanstalt wolle als Gesprächspartner in dieser Sendung „herausragende, von den muslimischen Verbänden vorgeschlagene und vom ZDF ausgewählte Persönlichkeiten" für eine Zusammenarbeit gewinnen. Sie sollen sich zu „ethischen Themen über Spiritualität und Sinnfragen bis hin zu Anmerkungen zu aktuellen Ereignissen aus muslimischer Sicht" äußern. Bei „positiver Resonanz" sei auch eine Ausstrahlung im Fernsehprogramm denkbar, erklärte das ZDF.

Das ZDF werde auch mit Vertretern der rund 110.000 in Deutschland lebenden Juden über eine mediale religiöse Präsens sprechen, kündigte das ZDF in einer Presseerklärung mit. „Wir haben ein Spitzengespräch mit den Vertretern des Zentralrats der Juden vereinbart, in dem die Möglichkeiten und die Perspektiven für die jüdische Gemeinde – auch im Hinblick auf eine Umsetzung im Online-Bereich – erörtert werden", so Markus Schächter.

Seit 1954 strahlt die ARD ein von katholischen und evangelischen Theologen gehaltenes „Wort zum Sonntag" aus.

hud