Presseerklärungen
06.03.2007
Zentralrat entsetzt über Äußerungen einzelner Bischöfe in Israel
Die Äußerungen einiger Bischöfe während ihrer Reise nach Israel sind „entsetzlich und völlig inakzeptabel" so die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch empört und auch enttäuscht.
„Wenn Bischof Gregor Hanke das Warschauer Ghetto und damit dass Schicksal der dort internierten Juden im Holocaust mit der Situation der Palästinenser in Ramallah vergleicht und schließlich gleichsetzt, dann zeugt dies entweder von bedenklichen Defiziten in seinen historischen Kenntnissen oder er versucht aus den jüdischen Holocaustopfern und ihren Kindern heute Täter zu machen und sich selbst als Therapeuten aufzuspielen."
„Auch die Wortwahl von Bischof Walter Mixa, der von israelischem Rassismus im Umgang mit den Palästinensern spricht, sagt mehr über die Geisteshaltung des Herrn Bischof, als über die tatsächliche Situation im Nahen Osten aus", so Knobloch. „Dem Staat Israel und seiner Regierung rassistische Motive, ganz im Stil von Nazi-Deutschland zu unterstellen, verkennt nicht nur die Fakten des Konflikts im Nahen Osten, und damit die Sicherheitslage Israels, sondern bedient Klischees, die sich hart an der Grenze zum Antisemitismus bewegen", meint Knobloch.
„Statt fehlgeleiteter Empathie hätten wir deutliche Worte der Solidarität und Anteilnahme zu den immer noch entführten Israelischen Soldaten und ihren leidenden und von der europäischen Öffentlichkeit schon vergessenen Familien erwartet", so Knobloch empört. „Besonders enttäuschend ist, dass die Reise der Bischofskonferenz die Erwartungen eigentlich deutlich positiv übertroffen hatte und jetzt mit solchen Entgleisungen endet. Die Worte von Kardinal Lehmann in der Gedenkstätte von Yad Vashem waren überzeugend und Ausdruck eines wachsenden Verständnisses und Vertrauens zwischen Juden und katholischen Christen. Ich kann nicht glauben, dass dies alles wieder in Frage gestellt wird", so Knobloch.