7. Jahrgang Nr. 2 / 23. Februar 2007 - 5. Adar 5767

Nachrichten

Stiftung: Verhältnis zwischen Israelis und Deutschen entspannter

Mehr als 60 Jahre nach dem Nazi-Terror und der Vernichtung der europäischen Juden hat sich das Verhältnis zwischen Juden und Deutschen deutlich entspannt. Die meisten Israelis und jüdischen Amerikaner hätten mittlerweile eine positive Meinung von Deutschland, ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Unter Deutschen sei das Verantwortungsgefühl für Israel gewachsen, zwei Drittel der Deutschen seien beschämt wegen der Verbrechen an Juden. Dagegen unterschieden sich die Einstellungen in der aktuellen Nahostpolitik. Dies könne künftig zu Spannungen führen.
dpa

Synagogen-Reste in Würzburg entdeckt

Bei Ausgrabungen unterhalb einer Kapelle am Marktplatz in Würzburg sind Reste einer mittelalterlichen Synagoge freigelegt worden. Besonders eine Brandschicht an der romanischen Mauer, die auf ein schweres Feuer um 1349 hinweist, „belegt erstmals plastisch die schriftlichen Quellen zur Geschichte einer Synagoge, wo heute die Marienkapelle steht", sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Josef Schuster. Die Fundamentreste gehören zu den ältesten Zeugnissen jüdischen Gemeindelebens im mittelalterlichen Würzburg. In geschichtlichem Zusammenhang mit dem Synagogenbrand stehe wohl das Massaker an den Würzburger Juden im April 1349 wegen einer angeblichen Brunnenvergiftung und der daraus folgenden Pest, sagte der wissenschaftliche Leiter des Museums im neuen Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum, Karlheinz Müller.
dpa