7. Jahrgang Nr. 2 / 23. Februar 2007 - 5. Adar 5767

Keine Ruhe um den Stillen Ort

Jüdische Gemeinde Schwerin: Streit um Friedhof geht in die nächste Runde

Auf dem alten jüdischen Friedhof in Schwerin werden bis auf weiteres keine Bestattungen stattfinden. Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und die Jüdische Gemeinde Schwerin hätten den im Dezember getroffenen Vergleich widerrufen und wollten nun das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Greifswald in dem jahrelangen Rechtsstreit abwarten, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Valeriy Bunimov.

Bunimov begründete den Widerruf damit, dass nach dem Vergleich nur die Hälfte der 5000 Quadratmeter großen Friedhofsfläche belegt werden könne und damit lediglich 180 Beerdigungen möglich seien. Das sei zu wenig, da es auf dem derzeit von der Jüdischen Gemeinde genutzten Teil des kommunalen Waldfriedhofs nur noch Platz für 110 Beerdigungen gebe und dieser aller Voraussicht nach in vier Jahren erschöpft sein werde. Deswegen wollen Landesverband und Gemeinde erreichen, dass nur die unmittelbar an das Grundstück der Kläger angrenzende Fläche des alten Friedhofs nicht belegt wird, wohl aber die 60 Grabstellen neben der Trauerhalle. Diese 60 Plätze entfielen ebenfalls für Beerdigungen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass keine weiteren Klagen gegen die Wiedereröffnung des Friedhofs eingehen. Ein benachbartes Ehepaar hatte 1998 gegen die von der Landeshauptstadt Schwerin erteilte Genehmigung für Bestattungen geklagt. Das Schweriner Verwaltungsgericht hatte der Klage stattgegeben und Beerdigungen untersagt. Gegen das Urteil hatte die Kommune Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingelegt.
dpa