7. Jahrgang Nr. 2 / 23. Februar 2007 - 5. Adar 5767

Nachrichten

Knobloch lobt Urteil gegen Zündel

„Es ist ein Sieg der Gerechtigkeit", mit diesen Worten begrüßt der Zentralrat der Juden das Urteil gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel. Präsidentin Charlotte Knobloch erklärte, mit der Verurteilung zur Höchststrafe wegen Volksverhetzung in 14 Fällen werde das Vertrauen in Justiz und Demokratie gestärkt. Zündel war in Mannheim zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er wurde für schuldig befunden, in Publikationen den Massenmord an den Juden im Nationalsozialismus systematisch geleugnet zu haben. Knobloch forderte weitere Anstrengungen in der Erziehung und der Jugendpolitik. Strafrechtliche Maßnahmen gegen Neo-Nazis und Extremisten reichten nicht aus, um Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen.

Renten für NS-Getto-Arbeiter

Die Bundesregierung will zehntausende jüdische Holocaust-Überlebende, die in NS-Gettos zur Arbeit verpflichtet waren, doch noch unbürokratisch entschädigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe das Bundesfinanzministerium entsprechend angewiesen. Eine Sprecherin des Bundespresseamtes sagte, es gebe derzeit Gespräche zwischen der Bundesregierung und der Jewish Claims Conference in New York. Diese seien noch nicht abgeschlossen. Die Kosten werden vom Bundesfinanzministerium mit zehn Millionen Euro beziffert, die Jewish Claims Conference spricht dagegen von 80 bis 100 Millionen Euro.
dpa