7. Jahrgang Nr. 2 / 23. Februar 2007 - 5. Adar 5767

UN erteilt Holocaust-Leugnern deutliche Absage

Mit einem als "historisch" gerühmten Beschluss hat die UN-Vollversammlung Ende Januar allen Leugnern des Holocausts eine klare Absage erteilt. Das Gremium der 192 UN-Mitgliedsstaaten sprach sich dafür aus, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten und somit einem neuen Völkermorden vorzubeugen.

In einer per Konsens verabschiedeten Resolution warnte das Gremium davor, dass das Leugnen der geschichtlichen Fakten die Gefahr berge, dass sich jene grauenhaften Taten wiederholen könnten. Als einzigtes Land kritisierte der Iran die Initiative. Der iranische Diplomat Hossein Ghariei begründete die Ablehnung seines Landes damit, dass die Resolution nur den Holocaust verurteile, nicht aber andere Genozide wie die Atombomben auf Hiroschima und Nagasaki, die Massaker an den Tutsi in Ruanda und die Verbrechen gegen die Palästinenser.

Deutschlands UN-Botschafter Thomas Matussek äußerte sich im Namen der EU. Er lobte die Resolution als Beweis dafür, dass die Welt bereit sei, ihre "Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz" zu schultern." Die erste und wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass wir der Wahrheit ins Gesicht sehen", sagte Matussek.

Die US-Initiative folgte einer vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad einberufenen Holocaust-Konferenz im Dezember in Teheran, bei der der Holocaust verschiedentlich als Lüge dargestellt und der Mord an sechs Millionen Juden in Frage gestellt worden war. Die Resolution setzt sich auch für Bildungs- und Aufklärungskampagnen ein, "die jedem Versuch entgegenwirken sollen, den Holocaust zu leugnen oder herunterzuspielen".

dpa