7. Jahrgang Nr. 1 / 26. Januar 2007 - 7. Schwat 5767

Teddy Kollek gestorben

Am 2. Januar starb Teddy Kollek, der langjähriger Bürgermeister von Jerusalem, im Alter von 95 Jahren in Jerusalem. Bis ins hohe Alter engagierte sich Kollek in der 1966 von ihm gegründeten Stiftung "Jerusalem Foundation", die sich um die Bewahrung Jerusalems und das bessere Miteinander von Juden, Christen und Muslimen in der Stadt kümmert. Für diese Ziele setzte sich Kollek selbst als Bürgermeister von 1965 bis 1993 ein.

Kollek wuchs in Wien auf, wo er sich in einer zionistischen Jugendorganisation engagierte. Ende 1935 emigrierte die Familie nach Palästina. Zwei Jahre später gehörte Kollek zu den Mitbegründern des Kibbuz Ein Gev am Ostufer des See Genezareth. Später arbeitete er hauptamtlich in einer Organisation mit, die europäische Juden vor den Nationalsozialisten rettete. Nach dem Krieg kam Kollek ins israelische Außenministerium und wurde 1950 Israels Botschafter in den USA.

Kolleks Einsatz für Jerusalem wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Neben mehreren Ehrendoktoraten erhielt er den Romano-Guardini-Preis, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland.

Bundespräsident Horst Köhler würdigte den Verstorbenen und betonte, dass Kollek nach dem "beispiellosen Verbrechen" des Holocaust wesentlich daran mitgewirkt habe, zwischen Israel und dem neuen Deutschland eine Brücke zu schlagen. Deutschland habe mit Kolleks Tod "einen Freund verloren", der schon "früh die Hand zur Versöhnung gereicht" habe. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier beschrieb den Verstorbenen als "einen leidenschaftlichen Streiter für Gerechtigkeit, dessen Mut, moralische Überzeugungskraft und beharrliches Eintreten für den friedlichen Dialog und das Zusammenleben von Juden, Muslimen und Christen in Jerusalem unvergessen bleiben".
zu/kna