6. Jahrgang Nr. 12 / 15. Dezember 2006 - 24. Kislew 5767

Shoah-Archiv von Steven Spielberg jetzt an der FU Berlin

Als erste europäische Einrichtung hat die Freie Universität Berlin jetzt Zugang zum Archiv der "Shoah Foundation" bekommen, dem Projekt des Filmregisseurs Steven Spielberg. Mehr als 50.000 Video-Interviews mit Holocaust-Überlebenden sind nun für Wissenschaftler und Studenten abrufbar. Geschichte besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern auch aus persönlichen Lebenswegen und Schicksalen", sagte der Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lentzen, bei der Präsentation des Archivs des "Shoah Foundation Institute for Visual History and Education" Anfang Dezember. Studierende, Lehrende und Forschende haben nun Zugang zu rund 52.000 Interviews mit Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust aus 56 Ländern in 32 Sprachen, die seit 1994 per Video-Aufzeichnung gemacht worden sind. Der Direktor der Shoah Foundation, Douglas Greenberg, sagte: "Eines der wichtigsten Ziele unseres Instituts ist es, den Zugang zu dem Archiv einem möglichst großen und breiten Publikum zu ermöglichen." Bislang verfügen vier US-Universitäten über einen elektronischen Zugang zu dem Archiv. Im Jüdischen Museum Berlin sind seit 2004 rund 1050 deutschsprachige und in Deutschland geführte Video-Interviews der "Shoah Foundation" einsehbar.


zu/dpa