6. Jahrgang Nr. 12 / 15. Dezember 2006 - 24. Kislew 5767

Jede Menge Highlights

Das neue Kulturprogramm bietet im kommenden Jahr eine bunte Palette von hochkarätigen Veranstaltungen

Noch in diesem Monat erhalten die jüdischen Gemeinden in Deutschland bereits zum fünften Mal die Broschüre mit dem Kulturangebot des Zentralrats. Das seit 2004 bestehende Kulturprogramm ist ein Baustein zur Integration der Zuwanderer. Es soll den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinden sowie interessierten Außenstehenden unterschiedliche Facetten der jüdische Kultur nahe bringen. Zudem fördert dieses Programm gleichzeitig den kulturellen Austausch innerhalb der Jüdischen Gemeinden. Die Künstler sind in der Regel Juden und präsentieren Programme, die jüdische Inhalte haben. So wird bei klassischen Konzerten etwa der Schwerpunkt auf Werke von jüdischen Komponisten gelegt, Theaterstücke beschäftigen sich mit Problemen und Sorgen jüdischer Menschen und die Ausstellungen haben die Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, jüdische Sakralbauten sowie jüdische Geschichte zum Thema. Die Gemeinden können aus dem Angebot jeweils zwei attraktive Veranstaltungen für ihre Mitglieder und interessiertes Publikum auswählen.

Auf Empfehlungen aus den Gemeinden und persönliche Bewerbungen der Künstler ist eine Potpourri aus Theater-Aufführungen, klassischen Konzerten, Chasanut und volkstümlicher Unterhaltung entstanden.

Aufgrund der Nachfrage in den vergangenen Jahren wurde das Unterhaltungsangebot mehr als verdoppelt. Stimmungsgaranten mit jüdischer Unterhaltungsmusik von Klezmer bis hin zu russischen Romanzen sind etwa die Bands Mizwa, Schtetele, Nostalgy und Klezmer Chidesch. Unterhaltung auf höchstem Niveau mit israelischen Hits bietet das Duo Ofrin. Mit innovativen Jazz-Projekten werden der durch das legendäre Moskauer Ensemble Melodie bekannte BorisFrumkin - der heute in Berlin lebt - und das Leon Gurvitch Jazz-Projekt das Publikum mit Sicherheit mitreißen.

In der Kategorie „Klassische Musik" wartet das Programm wieder einmal mit hochkarätigen Künstlern auf: Vladimir Mogilevsky verspricht Hochgenuss am Klavier. Die Miniaturen des Schostakowitsch-Trios und die Programme mit Werken jüdischer Komponisten des Trio Panta Rhei versprechen musikalische Highlights. Mit den Sopranistinnen Leah Frey-Rabine und Svetlana Katchour sind zwei Opernsängerinnen mit internationaler Erfahrung dabei. Das Programm von Elizabeth Neiman & Judy Kadar scheint durch die Harfen-Begleitung im positiven Sinne etwas aus dem Rahmen zu fallen – das Programm der beiden Expertinnen für mittelalterliche Musik mit jiddischen und sephardischen Lieder ist ein wahrer Höhepunkt im Kulturprogramm 2007.

Die Fotoausstellung Erinnerung und Zukunft denken über Zuwanderer aus der Sowjetunion ist jeder Gemeinde zu empfehlen. Neben den gelungenen Porträts einzelner Lebensläufe bietet die Ausstellung die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wie die sich derzeit im Aufbau und Wandel befindende neue jüdische Kultur in Deutschland künftig aussehen könnte.
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