Auszüge und Zitate aus der Rede von Professor Dr. Hubert Burda

Preise wie der heutige, dessen Verleihung mich tief bewegt, haben mit Sicherheit eine Brücken stiftende Funktion.

Anlässlich dieses Preises ist es nahe liegend, dass wir uns als deutsche Nicht-Juden (...) für die Generation unserer Eltern entschuldigen. Aber als Verleger, als ein Mann der Medien, dachte ich, es müsste noch eine andere Form geben, wie diese zwölf Jahre des Entsetzens und Verbrechens erinnerbar sein könnten.

Das wurde mir sofort klar, als ich die Filme sah, die Steven Spielberg im Anschluss an seinen Film „Schindlers Liste" von den letzten Überlebenden des Holocausts gedreht hatte. In den Gesprächen und Erinnerungen dieser Survivors sah ich ein eindrucksvolles Dokument der grauenhaften Zeitgeschichte. Dieses in die deutschen Schulen zu bringen, schien mir eine solche Möglichkeit, neben anderen, dieser Epoche im deutschen Geschichtsunterricht die richtige Bedeutung und Wahrheit zu geben. Zusammen mit dem Axel Springer Verlag, Bertelsmann und dem Schulbuchverlag Cornelsen ist es uns gelungen, dass heute in fast jeder deutschen Schule ein solches Dokument zu finden ist.

(...) Und so werden an diesem Tag unsere Gedanken zurückgehen zu Leo Baeck und seiner Rede 1954 in Düsseldorf, in der er sich wünschte, dass der Frieden zwischen dem deutschen Volk und dem Volk Israels letztlich nur durch eine beiderseitige Erkenntnis der moralischen Verantwortung in der Geschichte zustande kommen könnte. „Zwei Völker, beide mit einem Schicksal, können auf Dauer nicht einander den Rücken kehren und aneinander vorbeigehen. Für die Menschheit kann es etwas bedeuten, wenn dieser Friede ehrlich und das heißt auch ohne Vergesslichkeit, betrachtet und vorbereitet und so Gott will schließlich geschlossen wird." (Zitat Ende)

Das ist unsere Verantwortung, das, was passiert ist, nicht zu vergessen und sich dessen zu vergegenwärtigen.

(...) Vielleicht sind wir uns nach 52 Jahren der Versöhnung und dem friedlichen Zusammenleben ein bisschen näher gekommen.

Mich selbst bestärkt der Leo-Beck Preis in dieser Aufgabe und ich danke Ihnen für diese Anerkennung, die mir durch Sie zuteil wird.

(...) Ich freue mich, dass Lord Weidenfeld heute zur Preisverleihung gekommen ist.

Dir, lieber George, verdanke ich meine erste Israel-Reise 1983 auf den Spuren von Axel Springer, dem großen Freund Israels, der meinen Brüdern und mir gesagt hatte, der Weg eines deutschen Verlegers führt über Jerusalem nach Berlin.

Dir verdanke ich die Freundschaft mit Teddy Kollek, die vielen Gespräche an der Ben Gurion Universität in Beer Sheva und dem Weitzmann-Institut, die Begegnung mit dem Präsidenten Chaim Herzog und mit Shimon Peres.

Und ich verdanke viel auch dem Austausch und der Freundschaft mit Dr. Joseph Vardi, der mir das moderne Israel zeigte, mit seinen jungen High-Tech Unternehmern, Wissenschaftlern, Software-Schreibern und Universitäten. Ich erinnere mich gerne an die gemeinsamen Konferenzen.

In genau einer Woche, am 9.November, wird am Jahrestag der Zerstörung der Münchner Synagoge 1936 eine neue Synagoge am Jakobsplatz -mitten in München - geweiht. Ein großer Tag, der ohne Ihr Engagement und ohne Ihren unermüdlichen Einsatz, Frau Präsidentin Knobloch, nicht zu denken ist. Ich freue mich, dass wir diesen Tag gemeinsam begehen können und dass ich einen Beitrag hierzu leisten und wir mit „Paten für Toleranz" eine gemeinsame Initiative mit Münchnern Medienhäusern und Bürgern für den Bau realisieren konnten.

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Es gilt das gesprochene Wort