6. Jahrgang Nr. 7 / 27. Juli 2006 - 2. Aw 5766

Nachrichten

Neuer Landesverbands-Vorsitzender

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Nachfolger für den am 30. April verstorbenen Vorstandsvorsitzenden und Zentralratspräsidenten, Paul Spiegel, ist der Düsseldorfer Gemeindevorsitzende Esra Cohn. Der 66jährige arbeitet bereits seit Jahren aktiv im Landesverband mit. Sein Stellvertreter bleibt das bisherige langjährige Vorstandsmitglied Johann Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Krefeld.
zu

Union progressiver Juden jetzt im Bet Din

Die Gemeinden der Union progressiver Juden in Deutschland übertragen erstmals die Zuständigkeit für ihre religionsrechtlichen Fragen auf das Rabbinatsgericht (Bet Din) der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, die Ende 2004 vom Zentralrat gebildet wurde und zur Deutschen Rabbinerkonferenz gehört, die dem Zentralrat der Juden angegliedert ist. Bislang war das in London ansässige Europäische Rabbinatsgericht der Weltunion für progressives Judentum für religionsrechtliche Fragen der progressiven Gemeinden in Deutschland zuständig.
KNA/zu

Schröder wird Schirmherr von "Gesicht Zeigen!"

Gerhard Schröder (62), Altbundeskanzler (SPD), wird Schirmherr der Initiative "Gesicht Zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland". Die Aktion war im August 2000 nach rechtsextremistischen Übergriffen vom damaligen Regierungssprecher Schröders, Uwe-Karsten Heye, und Zentralrats-Päsident Paul Spiegel sel. A. ins Leben gerufen worden. Der Verein organisiert Kampagnen, Projekte und Veranstaltungen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. 2006 erhielt die Initiative die Buber-Rosenzweig-Medaille.

Zentrum jiddischer Kultur geplant

Die polnisch-amerikanische Stiftung Szalom plant in Warschau den Bau von Europas erstem Zentrum jiddischer Kultur. Warschau sei der ideale Ort für ein solches Zentrum, sagte Golda Tencer, die Direktorin der Stiftung. «Vor dem Krieg sprachen 30 Prozent der Warschauer Jiddisch.» Bisher gibt es in Europa zwar unter anderem einen Jiddisch- Lehrstuhl an der Universität Düsseldorf, auch wird an zahlreichen Hochschulen im Rahmen von Religions- und Geschichtswissenschaften zum Thema Judentum gelehrt und geforscht. Das Zentrum für Jiddische Kultur soll europaweit die erste Einrichtung sein, in der Lehre und Forschung mit einem Dokumentationszentrum über die jiddische Geschichte und Kultur verbunden sind.
KNA