14.07.2006

Zentralrat weist einseitige Kritik an Israel scharf zurück

Angesichts der eskalierenden Situation im Nahen Osten weist der Zentralrat der Juden in Deutschland eine einseitige Verurteilung Israels scharf zurück. „Die Verantwortung für die aktuelle Situation trägt nicht Israel, sondern die libanesische Regierung, die seit Jahren nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, die terroristische Hisbollah aufzulösen", so die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch.

„Mit der Resolution 1559 aus dem Jahr 2004 wurde die libanesische Regierung aufgefordert, die Milizen aufzulösen und die terroristische Hisbollah-Organisation, die tausende von Raketen an der Grenze zu Israel aufgestellt hat, zu entwaffnen. Es liegt in der Verantwortung der Weltgemeinschaft, die Umsetzung dieser Resolution endlich zu erzwingen", fordert Vizepräsident Dr. Dieter Graumann.

„Diejenigen, die heute so vollmundig und vorschnell Israel ein unangemessenes Vorgehen unterstellen, müssen sich fragen lassen, wie sie reagieren würden, wenn sie selbst unter ständiger Bedrohung durch Raketenangriffe leben müssten. Kein Staat der Welt – auch Israel nicht - kann Raketenterror und Entführung seiner Soldaten vom eigenen Territorium als legitime Mittel zur Durchsetzung politischer Forderungen akzeptieren. Der Staat Israel hat wie jeder Staat der Welt das Recht, sich zu verteidigen", betont der Vizepräsident des Zentralrats, Prof. Dr. Salomon Korn.

„Wir bedauern, dass auch Außenminister Steinmeier in dieser Angelegenheit offenbar mit zweierlei Maß misst. Seine öffentliche Verurteilung der Raketenangriffe auf israelische Zivilisten haben wir bis jetzt vermisst", kritisiert Dr. Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats. „Zu Recht hat Bundeskanzlerin Merkel angemahnt, bei dem Konflikt nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln und das Ende der Bedrohung Israels durch die Hisbollah-Milizen gefordert", so Vizepräsident Dr. Graumann.

„Wo war die Verurteilung der libanesischen Regierung, die entgegen der Verpflichtung des Weltsicherheitsrats nach dem Rückzug der Israelis nichts gegen die Anschläge der Hisbollah unternommen hat?" fragt Dr. Graumann und betont: „Wer selbst nicht vom Raketenterror betroffen ist, sollte vorsichtig und zurückhaltend mit guten Ratschlägen oder Verurteilungen, wegen angeblich mangelnder Verhältnismäßigkeit sein." „Manchem Politiker täte es gut, sich vorzustellen, was wäre, wenn G'tt bewahre, in Deutschland täglich Raketen einschlügen", so die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch.

Berlin, den 14.07.2006