6. Jahrgang Nr. 6 / 30. Juni 2006 - 4. Tamus 5766

Nachrichten

Rat des Jüdischen Weltkongresses tagte in Berlin

Der neu gegründete Politische Rat des Jüdischen Weltkongresses (WJC) sieht in der Politik des Iran eine Bedrohung für die Weltgemeinschaft. Der Rat unterstütze die Bemühungen von UN, EU und USA zur Beilegung des Atomstreits, sagte der WJC-Vorsitzende, Rabbiner Israel Singer, in Berlin auf einer Tagung des WJC-Rates. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sehe die bisherige Politik der Weltgemeinschaft gegenüber dem Iran «sehr kritisch», betonte die Zentralrats-Vorsitzende und WJC-Vize-Präsidentin Charlotte Knobloch. Wenn nötig, müsse der Iran zunächst isoliert werden, um ihn «auf den richtigen Weg» zurückzuführen. Der Iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte unter anderem die Judenvernichtung in der Nazi-Zeit geleugnet. Zudem will der Iran im kommenden Oktober eine Konferenz zum Holocaust veranstalten. Dabei wolle das Regime in Teheran einen Schulterschluss mit Nazis in Deutschland versuchen, sagte Knobloch.

Weitere Schwerpunkte der Berliner Tagung des WJC-Rates waren der Kampf gegen den Antisemitismus, der Dialog zwischen den Religionen und die Lage im Nahen Osten. Singer betonte, dass dies nicht nur Probleme der Juden sondern der gesamten Welt seien. Juden, Christen und Muslime müssten miteinander darüber sprechen.

Der WJC-Rat wurde im Februar gegründet und soll den Jüdischen Weltkongress als eine Art Rat der Weisen in politischen Fragen beraten. Zu seinen Mitgliedern zählen Ex-Außenminister Joschka Fischer, der frühere österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky und der frühere ungarische Ministerpräsident Miklós Németh.

dpa