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auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland

11.12.2016 / 11 Kislev 5777
  • Reden und Texte / 08.12.2016

    "Unser jüdisches Haus soll in Deutschland eine Zukunft haben"

    Rede des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, zur Eröffnung des Gemeindetags, 8.12.2016, Berlin

    Anrede,

    als ich heute auf dem Weg von Würzburg nach Berlin war, da kam mir mit einem Male ein Gedanke: Nämlich der Gedanke, dass just zur gleichen Zeit aus allen Ecken der Republik zig Mitglieder unserer Gemeinden ebenfalls auf dem Weg nach Berlin sind. Zu Hunderten haben wir uns heute auf den Weg gemacht.

    Und bei diesem Gedanken wurde mir sehr warm ums Herz. Und der Gedanke erfüllte mich auch mit Stolz. Stolz, dass eine selbstbewusste jüdische Gemeinschaft von Alt bis Jung zu einem Treffen dieser Größe zusammenkommt.

  • Aktuell / 06.12.2016

    Gemeinsame Erklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Kultusministerkonferenz zur Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule

    Dr. Josef Schuster und KMK-Präsidentin Dr. Claudia Bodegan unterzeichneten die Gemeinsame Erklärung.

    Das Judentum ist seit vielen Jahrhunderten integraler Bestandteil der deutschen und europäischen Kultur, Geschichte und Gesellschaft.
    Jüdisches Leben ist indes in vielen gesellschaftlichen Bereichen kaum sichtbar und wird, beispielsweise in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien, vielfach nur auf einzelne Elemente oder auf einige wenige Epochen der Geschichte verkürzt, zum Teil verzerrt und undifferenziert dargestellt.

  • Reden und Texte / 02.12.2016

    "Wir sichern selbst die Zukunft der jüdischen Gemeinden"

    Grußwort des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, bei der Rabbiner-Ordination, 1.12.2016, Hannover

    Zwei neue Rabbiner und ein Kantor wurden in Hannover ordiniert.

    Vor zehn Jahren erschien es uns noch fast wie ein Wunder: 2006 wurden in Dresden zum ersten Mal nach dem Krieg wieder liberale Rabbiner in Deutschland ordiniert. 2009 konnten wir in München die erste Ordination orthodoxer Rabbiner seit der Schoa feiern. Zuletzt haben wir im September in Frankfurt eine Amtseinführung von orthodoxen Rabbinern erlebt.

    Eine Ordinationsfeier wie heute hier in Hannover ist für unsere jüdische Gemeinschaft im 21. Jahrhundert fast schon eine Selbstverständlichkeit. Und das ist wirklich ein Grund zur Freude. Wie Sie alle wissen, werden unter dem Dach des Zentralrats der Juden in Deutschland Rabbiner für alle Strömungen des Judentums ausgebildet. Sehr geehrte Damen und Herren, das sucht seinesgleichen.

  • Presseerklärungen / 27.11.2016

    Zentralrat und BA-Chef Weise: Integration der Flüchtlinge muss Priorität haben

    Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster (2. v. r.) und die Vizepräsidenten Mark Dainow (r.) und Abraham Lehrer (l.) begrüßten BA-Chef Frank-Jürgen Weise (2. v. l.).

    Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, war am Sonntag (27.11.) Gast der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden in Deutschland. Dabei kam es zu einem intensiven Gedankenaustausch über die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik. Die Delegierten der Ratsversammlung und Herr Weise waren sich darin einig, dass die gesellschaftliche Integration der Flüchtlinge jetzt oberste Priorität haben müsse.

  • Reden und Texte / 24.11.2016

    "Antisemitismus ist keineswegs nur eine Gefahr für Juden"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Fachgespräch Antisemitismus der Bundestagfraktion B‘90/Die Grünen, 23.11.2016, Berlin.

    Fachgespräch im Bundestag mit Dr. Josef Schuster (3. v. l.)

    Anrede,

    ja, wir kennen dies: „An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld“. Daraufhin fragt jemand: „Warum die Radfahrer?“. Was als schlechter Scherz zu verstehen ist, spiegelt doch im Kern eine traurige Realität wider. Antisemitismus ist existent, heute und auch in Deutschland. Dieser irrationale Menschenhass auf Juden speist sich aus Vorurteilen und negativen Zuschreibungen, die aber nichts mit dem Realen zu tun haben.

    Der Antisemitismus, verehrte Anwesende, ist in den letzten Jahren auf verheerende Weise wieder sichtbar geworden. Ja, er scheint sogar auf dem Vormarsch zu sein – in ganz Europa. Ich möchte alles andere als Panik schüren oder gar Worst-Case-Szenarien hervorrufen. Das ist auch gar nicht nötig. Es reicht, wenn wir uns einmal die Faktenlage anschauen.

  • Presseerklärungen / 13.11.2016

    Jüdischer Tag der guten Taten in ganz Deutschland voller Erfolg

    In ganz Deutschland haben sich heute (Sonntag, 13. November) jüdische Gemeinden und Organisationen am Mitzvah Day, dem jüdischen Tag der guten Taten, beteiligt. Unter dem Motto „Mizwa goreret Mizwa“ – „Eine gute Tat führt zur Nächsten“ engagierten sich rund 2.000 Teilnehmer in mehr als 100 Aktionen in 40 Städten ehrenamtlich für ihre Mitmenschen. Damit wurde der Rekord des Vorjahres wieder eingestellt.

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland koordiniert seit 2013 den Mitzvah Day Deutschland. Dabei kommt es nicht darauf an, Geld zu spenden, sondern Zeit. Einige Gruppen besuchten Seniorenheime und brachten selbstgebackenen Kuchen mit, andere iniierten Spielenachmittage für Flüchtlingskinder, manche sammelten Kleidung und Spielzeug für bedürftige Menschen, und manche Gruppen kümmerten sich auf jüdischen Friedhöfen um Gräber, die niemand mehr besucht, oder reinigten die Friedhöfe.

  • Reden und Texte / 10.11.2016

    "Der Blick zurück mahnt uns, unsere Werte zu verteidigen"

    Rede von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938, Würzburg, 9.11.2016

    Dr. Josef Schuster

    Anrede,

    seit der Pogromnacht von 1938 – als in ganz Deutschland und in Österreich Synagogen brannten, jüdische Geschäfte verwüstet wurden und tausende Juden verhaftet oder getötet wurden – seitdem sind 78 Jahre vergangen. Das ist für uns Nachgeborene eine lange Zeit. Die Geschehnisse dieser Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sind sehr weit weggerückt. Die meisten von uns können sich nicht wirklich vorstellen, was damals passiert ist.

    Deshalb spielen neben der historischen Forschung die Zeitzeugen so eine wichtige Rolle. Sie können aus eigenem Erleben die unfassbaren Ereignisse schildern.

    Doch gerade in diesem Jahr ist uns wieder schmerzlich bewusst geworden, dass wir nicht mehr lange die Möglichkeit haben werden, Zeitzeugen zuzuhören. Denn in diesem Jahr sind sehr prominente Vertreter dieser Generation gestorben: Elie Wiesel, Fritz Stern, Max Mannheimer und Rabbiner Nathan Peter Levinson. Das waren Persönlichkeiten, die nicht nur bereit waren, von ihrem Schicksal zu erzählen. Sie waren darüber hinaus bereit zur Versöhnung und gingen nach dem Krieg auf die nicht-jüdischen Deutschen wieder zu. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, gerade jüngere Deutsche über die historischen Ereignisse aufzuklären.

  • Presseerklärungen / 28.10.2016

    Zum Tod von Rabbiner Levinson

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit tiefer Trauer die Nachricht vom Tod des Rabbiners Nathan Peter Levinson vernommen.

    Der gebürtige Berliner hatte noch 1940 ein Studium an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums aufgenommen und dort den berühmten Rabbiner Leo Baeck als Lehrer gehabt. Heute ist das Leo-Baeck-Haus Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. 1941 gelang der Familie Levinson in letzter Minute die Flucht vor den Nazis, die über große Umwege schließlich in den USA endete. Dort wurde Nathan Peter Levinson zum Rabbiner ordiniert.

  • Presseerklärungen / 27.10.2016

    Zentralrat erwartet zum Mitzvah Day 2016 bundesweit soziale Aktionen

    Der vom Zentralrat der Juden in Deutschland initiierte Mitzvah Day Deutschland ist mittlerweile Tradition geworden. Im Zeichen der Flüchtlingskrise hatten wir im vergangenen Jahr einen Rekord geschafft: In rund 40 Städten beteiligten sich mehr als 2.000 Menschen am Mitzvah Day. In diesem Jahr wollen wir diese Marke wieder erreichen. Getreu unserem diesjährigen Motto „Mizwa goreret Mizwa“ – „Eine gute Tat führt zur Nächsten“ (Sprüche der Väter 4:2) soll es am jüdischen Tag der guten Taten am Sonntag, 13. November 2016 überall in Deutschland Aktionen geben.

  • Aktuell / 30.09.2016

    "Uns stehen große Aufgaben bevor"

    Gedanken zum Jahreswechsel vom Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster

    Das Schofar gehört zu Rosch Haschana wie der Honig.

    Ein junger Mann, 16 Jahre alt, flüchtet 2015 ohne Eltern aus Afghanistan nach Deutschland. Er kommt in einem Flüchtlingsheim für unbegleitete Minderjährige unter, stellt Antrag auf Asyl. Er lernt Deutsch, besucht die Mittelschule, vom Heim wechselt er in eine Pflegefamilie, macht ein Praktikum und hat Aussicht auf eine Lehrstelle.

    Geglückte Integration?

    Eines Abends besteigt dieser junge Mann in der Nähe von Würzburg einen Regionalzug und greift fünf Menschen mit einer Axt und einem Messer an. Er verletzt sie schwer. Später ergeben die Ermittlungen, dass er im Auftrag des IS gehandelt hat.

    Das Attentat von Würzburg im Juli hat uns alle tief erschüttert. Es hat Gewissheiten in Frage gestellt und neue Unsicherheiten hervorgerufen. Wenn wir am Ende dieses Jahres Bilanz ziehen, dann gehört dieses Attentat zu den ganz bitteren Momenten. Denn der Attentäter war offensichtlich gut betreut. Mehr kann ein Sozialstaat plus ehrenamtliche Helfer wohl nicht für einen Menschen in seiner Situation tun. Niemand in seinem Umfeld bemerkte, wie radikal der junge Mann dachte. Und dann dieses Ergebnis.

  • Aktuell / 26.09.2016

    Feierliche Ordination von drei Rabbinern in Frankfurt

    Feierliche Ordination in Frankfurt: Rabbiner Spinner, Prof. Dr. Salomon Korn, Ministerpräsident Volker Bouffier, Rabbiner Nosson Kaplan, Benjamin Kochan und Jochanan Guggenheim sowie Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster.

    In der prächtigen Westend-Synagoge in Frankfurt am Main sind am Montag (26.9.) drei neue orthodoxe Rabbiner ordiniert worden. Rabbiner Nosson Kaplan arbeitet bereits als Assistenzrabbiner der Jüdischen Gemeinde Osnabrück. Rabbiner Jochanan Guggenheim wird ab Oktober in Leipzig als Assistenzrabbiner zum Einsatz kommen, und Rabbiner Benjamin Kochan ist als Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Erfurt sowie als Landesrabbiner von Thüringen tätig.

    An dem Festakt nahmen neben dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, und dem hessischen Ministerpräsident Volker Bouffier auch Rabbiner Azaria Hildesheimer und Professor Meir Hildesheimer, die Nachfahren des Gründers des Rabbinerseminars, sowie zahlreiche prominente Rabbiner aus dem In- und Ausland sowie Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und rund 300 Gäste teil. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Yonathan Rose, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, und von Rabbiner Joachanan Guggenheim gemeinsam mit den Rabbinern Zsollt Balla und Daniel Fabian umrahmt.

  • Aktuell / 25.07.2016

    Gemeindetag 2016 findet im Dezember in Berlin statt

    Es ist wieder so weit: Vom 8. bis 11. Dezember 2016 lädt der Zentralrat der Juden in Deutschland unter dem Motto "Ein Dach, eine Familie" alle Mitglieder der jüdischen Gemeinden zum Gemeindetag nach Berlin ein! Es erwartet Sie ein attraktives und abwechslungsreiches Programm. Melden Sie sich jetzt an!

  • Presseerklärungen / 20.06.2016

    Jüdische Allgemeine feiert 70-jähriges Bestehen

    Mit einer rund 80-seitigen Sonderausgabe würdigt die „Jüdische Allgemeine“ am Donnerstag der kommenden Woche (30.6.) ihre Gründung vor 70 Jahren. In der Ausgabe finden sich Beiträge von zahlreichen prominenten Autoren, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    Die einzige jüdische überregionale Wochenzeitung wurde 1946 mit Genehmigung der britischen Militärregierung in Düsseldorf als „Jüdisches Gemeindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen“ gegründet. Später erschien sie in Bonn als „Allgemeine Jüdische Wochenzeitung“. Seit 2002 trägt sie den Titel „Jüdische Allgemeine“. Herausgeber ist der Zentralrat der Juden in Deutschland. Sitz der Redaktion ist Berlin.