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auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland

29.7.2017 / 6 Av 5777
  • Aktuell / 17.07.2017

    "Missbrauch der Versammlungsfreiheit vorbeugen"

    Statement von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster zur Debatte nach Rechtsrock-Konzert in Thüringen

    Dr. Josef Schuster

    Nach einem Neonazi-Konzert im thüringischen Themar mit mehreren 1000 Teilnehmern am vergangenen Wochenende hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, erklärt:

    „Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut, das in einer Demokratie auf jeden Fall geschützt werden muss. Zugleich gilt es aber auch, einem Missbrauch dieser Freiheit vorzubeugen und unsere Demokratie zu schützen.

    Ich stimme dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in seiner Auffassung zu, dass ein Rechtsrock-Konzert nicht als politische Demonstration bewertet werden sollte, die unter die Versammlungsfreiheit fällt. Der Gemeinde Themar, die sich tapfer gegen das Neonazi-Festival gewehrt hatte, wurde es rechtlich unmöglich gemacht, das Konzert zu verbieten.

  • Reden und Texte / 11.07.2017

    "Kein Regierungsjubelfest, aber eine gute Zeit"

    Grußwort des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beim Festakt zu „300 Jahre Jüdisches Leben in Karlsruhe“, 9.7. 2017, Karlsruhe

    Anrede,

    300 Jahre in die deutsche, zumal die jüdische Geschichte zurückzublicken, das bedeutet stets, Licht- und Schattenseiten zu betrachten. Ich möchte Ihnen zu Beginn Einblick in drei historische Dokumente geben, die diese wechselvolle Geschichte sehr gut widerspiegeln. Und keine Sorge, ich werde es kurz machen.

    „Wir Carl Friedrich von Gottes Gnaden Grosherzog zu Baden Herzog zu Zähringen haben durch Unser sechstes Konstitutionsedikt die Juden Unseres Staats den Christen in den Staatsbürgerlichen Verhältnissen gleich gesetzt. Diese Rechtsgleichheit kann jedoch nur alsdann in ihre volle Würkung treten, wenn sie, in politischer und sittlicher Bildung ihnen gleichzukommen allgemein bemüht sind (…)“.

    So lautet die wesentliche Passage des berühmten badischen Juden-Edikts von 1809. Es legte die Grundlage für die Emanzipation der Juden in dieser Region.

  • Reden und Texte / 03.07.2017

    "Kirchliche Erklärungen gegen Antisemitismus müssen mit Leben erfüllt werden"

    Grußwort des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, bei der Eröffnungsfeier der Jahrestagung 2017 des Internationalen Rates der Christen und Juden, Bad Godesberg, 2.7.2017

    Vizepräsident Abraham Lehrer.

    Anrede,

    vor ziemlich genau zwei Wochen hat die bekannte muslimische Rechtsanwältin Seyran Ates in Berlin eine liberale Moschee eröffnet. In dieser Moschee sitzen Männer und Frauen zusammen, und es gibt weibliche Imame, die dort predigen. Dieses religiöse Reform­projekt sorgt in der muslimischen Community für große Aufregung. Einige sagen, Frau Ates lasse eine alte Tradition wiederaufleben. Von anderen erhält sie Hass-Mails und schlimmste Drohungen. Mittlerweile hat Frau Ates Personenschutz.

    Veränderungen innerhalb einer Religionsgemeinschaft, die meistens zunächst nur von Einzelpersonen angestoßen werden, lösen in der Regel große Aufregung aus.

  • Reden und Texte / 03.07.2017

    "Mit Filmen erreichen wir die Herzen der Menschen"

    Grußwort des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, bei der Eröffnung des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg, 2.7.2017, Potsdam

    Dr. Schuster (3 .v. l.) und weitere Prominenz bei der Eröffnung des Filmfestivals.

    Anrede,

    in den vergangenen Wochen stand eine Frage im öffentlichen Raum, die jüdische Organisationen wie den Zentralrat der Juden schon seit langem begleitet: Ist Israel-Kritik automatisch antisemitisch?

    Mal abgesehen von diesem seltsamen feststehenden Ausdruck „Israel-Kritik“, über den ich immer stolpere, denn es gibt ja keine Frankreich-Kritik oder Italien-Kritik – also mal abgesehen von diesem Begriff, sind wir beim Zentralrat natürlich in der Lage, ausführlich darzulegen, wo der Unterschied liegt zwischen einer legitimen Kritik an der israelischen Politik und Antisemitismus.

  • Presseerklärungen / 30.06.2017

    Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Starkes Instrument gegen Hate Speech

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt die Verabschiedung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes durch den Deutschen Bundestag. Damit hat die Regierungskoalition ein starkes Instrument gegen Hate Speech in den sozialen Netzwerken geschaffen. Die bislang gängige Praxis, dass auch volksverhetzende Inhalte, die den Plattform-Betreibern gemeldet wurden, dennoch nicht gelöscht wurden, findet jetzt hoffentlich ein Ende.

    Juden sind in den social media täglich antisemitischer Hetze ausgesetzt. Judenfeindliche Ressentiments werden durch das Internet weltweit verbreitet. Da alle Vereinbarungen mit den Plattform-Betreibern auf freiwilliger Basis nahezu ergebnislos geblieben sind, ist das Gesetz die logische Konsequenz, um Hate Speech wirksam einzudämmen.

  • Reden und Texte / 29.06.2017

    "Wir verstehen uns als selbstbewusste Bürger dieses Landes"

    Grußwort des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beim Festakt anlässlich 100 Jahre Synagoge Augsburg, 28.6.2017, Augsburg

    Dr. Josef Schuster.

    Anrede,

    die Augsburger Synagoge zählt zu den schönsten in Deutschland, ja in Europa. Sie ist, wie es die Süddeutsche Zeitung anlässlich des Jubiläums schrieb, ein „Juwel jüdischer Kultur“.

    Und in der Tat, wenn wir uns hier umschauen, stockt uns fast der Atem angesichts dieser Pracht. In Deutschland ist man Vergleichbares wohl nur von Kathedralen gewöhnt. Eine so reich ausgestattete Synagoge, die zudem noch auf 100 Jahre zurückblicken kann, fände sich selbst ohne die Zerstörung durch die Nazis selten, aber aufgrund unserer Geschichte ist sie nicht nur ein Juwel, sondern ein Solitär.

  • Presseerklärungen / 22.06.2017

    Zentralrat der Juden begrüßt geänderte Parteienfinanzierung

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt die heute vom Bundestag verabschiedeten gesetzlichen Änderungen der Parteienfinanzierung. Der Gesetzgeber hat damit die logischen Konsequenzen aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur NPD gezogen.

  • Aktuell / 26.06.2017

    Harry Schnabel ins Präsidium des Zentralrats gewählt

    Harry Schnabel.

    Das Direktorium hat am Sonntag (25.6.) als Nachfolger des im März verstorbenen Heinz-Joachim Aris sel. A. Harry Schnabel aus Frankfurt/M. ins Präsidium gewählt. Harry Schnabel ist Mitglied im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und dort für Finanzen und Steuern sowie das Schulressort zuständig.
    Der 61-jährige Diplom-Kaufmann ist seit 2015 Mitglied im Direktorium des Zentralrats. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Harry Schnabel, der sowohl ein hohes Organisationstalent als auch viel Erfahrung aus der Gemeindearbeit mitbringt“, erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster.

  • Presseerklärungen / 20.06.2017

    Befassung des Bundestags mit Antisemitismus-Bericht unzureichend

    Der Deutsche Bundestag wird an diesem Mittwoch (21.06.) über den Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus debattieren. Rund eine Stunde ist für das Thema vorgesehen, das der Expertenkreis in zweijähriger Forschungsarbeit auf 300 Seiten aufbereitet hat. Am Ende der Parlamentsdebatte soll jedoch kein Beschluss gefasst werden.

    Nach Auffassung des Zentralrats der Juden in Deutschland wird der Bundestag damit weder dem Thema noch der Arbeit des Expertenkreises gerecht. Gerade so kurz vor Ende der Legislaturperiode wäre es wichtig, Vorkehrungen zu treffen, damit die Empfehlungen der Experten nach der Bundestagswahl auch tatsächlich umgesetzt werden.