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auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland

21.11.2017 / 3 Kislev 5778
  • Reden und Texte / 21.11.2017

    „Erinnern ohne Zeugen – Über die Zukunft der Gedenkkultur“

    Rabbiner-Brandt-Vorlesung von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Hanau Wilhelmsbad, 20.11.2017

    Rabbiner Henry G. Brandt (l.) und Zentralratspräsident Josef Schuster.

    Anrede,

    bevor ich in mein Vortragsthema einsteige, möchte ich es zunächst nicht versäumen, Ihnen, lieber Rabbiner Brandt, in diesem Forum nachträglich ganz herzlich zum Geburtstag zu gratulieren! Von Herzen Masal tow und bis 120! Leider konnte ich aus terminlichen Gründen nicht an Ihrem Geburtstagsempfang teilnehmen und auch zur UpJ-Jubiläumsveranstaltung in Bielefeld konnte ich leider nicht kommen. Umso wichtiger ist es mir daher, Ihnen heute Glück- und Segenswünsche im Namen des Zentralrats der Juden zu übermitteln!

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meinen Vortrag über die Zukunft der Gedenkkultur möchte ich mit einem Zitat beginnen:

    „Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, dass sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen.“

    Sie werden sich jetzt fragen, von wem diese Sätze stammen. Von einem Jugendlichen, der in der Schule zum dritten Mal das Thema Holocaust durchnimmt? Oder von einem AfD-Politiker? Nein, meine Damen und Herren, dieses Zitat stammt von einem der bekanntesten Schriftsteller Deutschlands und ist bereits vor 19 Jahren gefallen: Es ist von Martin Walser, gesprochen 1998 in der Paulskirche als Dank für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

  • Presseerklärungen / 19.11.2017

    130 Aktionen am Mitzvah Day 2017

    Zentralrat der Juden hilft in Suppenküche des Franziskaner-Klosters in Berlin-Pankow

    Am Mitzvah Day in der Suppenküche des Franziskanerklosters im Einsatz: Zentralrats-Geschäftsführer Daniel Botmann, der Berliner Erzbischof Heiner Koch und Bruder Andreas Brands (v. l.).

    Im Sinne gelebter Solidarität haben sich am heutigen Sonntag (19.11.2017) mehr als 2.000 Mitglieder jüdischer Gemeinden und Organisationen im ganzen Bundesgebiet ehrenamtlich engagiert. Beim diesjährigen Mitzvah Day spendeten in rund 130 Aktionen in 47 Städten die Teilnehmer aller Altersstufen ihre Zeit, um Bedürftigen zu helfen oder sich für die Umwelt einzusetzen. Dabei gab es auch zahlreiche interreligiöse Projekte.

  • Presseerklärungen / 16.11.2017

    Zentralrat der Juden fordert Sanktionen für Kuwait Airways

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland nimmt das Urteil des Landgerichts Frankfurt, das die Klage eines israelischen Staatsbürgers auf Beförderung mit Kuwait Airways abgewiesen hat, mit Unverständnis zur Kenntnis. Der Kläger hatte bereits ein Ticket der Fluggesellschaft erworben. Als er der Airline seine Staatsangehörigkeit bekannt machte, verweigerte diese jedoch die Beförderung.

  • Presseerklärungen / 07.11.2017

    Gegen soziale Spaltung und für Solidarität - Mitzvah Day 2017

    In Zeiten einer wachsenden politischen Spaltung und Entsolidarisierung will der Zentralrat der Juden in Deutschland ein Zeichen dagegen setzen: Am weltweiten Mitzvah Day am 19. November 2017, dem jüdischen Tag für soziales Handeln, werden tausende jüdische Freiwillige in sozialen Aktionen aktiv sein.

    Allein in Deutschland werden in rund 40 Städten jüdische Gemeinden und Organisationen – zum Teil in Kooperation mit nicht-jüdischen Institutionen - soziale und ökologische Projekte verwirklichen. Dazu gehören Besuche von Einrichtungen für Senioren, Flüchtlinge oder behinderte Menschen und die Reinigung von Parks, Friedhöfen oder Spielplätzen.

  • Presseerklärungen / 27.10.2017

    Prof. Dr. Norbert Lammert erhält Leo-Baeck-Preis

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland verleiht seine höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, an den bisherigen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert. Die Preisverleihung wird am 1. Februar 2018 in Berlin stattfinden.

    Mehr als ein Jahrzehnt lang hat sich Prof. Lammert als Bundestagspräsident mit Leidenschaft und Vehemenz sowohl für die Werte unseres Grundgesetzes als auch für die bleibende Erinnerung an die Schoa und die daraus resultierende Verantwortung für die jüdische Gemeinschaft und für Israel eingesetzt. Mit seinen Ansprachen in den Feierstunden des Deutschen Bundestags zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar hat er der Nation ins Gewissen geredet.

  • Aktuell / 30.10.2017

    Masal tow! Zum 85. Geburtstag von Charlotte Knobloch

    Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Zentralratspräsident feierte am Sonntag

    Charlotte Knobloch.

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hat Charlotte Knobloch von Herzen zum 85. Geburtstag gratuliert. „Mit bewundernswerter Energie setzt sich Charlotte Knobloch seit Jahrzehnten für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und als Gemeindepräsidentin für die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern ein. Der Bau der neuen Synagoge samt Gemeindezentrum in München ist dabei besonders zu erwähnen. Ihr Engagement ist für uns alle vorbildlich. Zu Recht genießt sie in Deutschland und international in Politik, Wirtschaft und Kultur hohes Ansehen und Respekt“, sagte Dr. Schuster.

  • Reden und Texte / 26.10.2017

    Reifeprüfung für Deutschland – Plädoyer für eine Demokratie-Debatte

    Heidelberger Hochschulrede des Zentralratspräsidenten Dr. Josef Schuster, 25.10.2017, Alte Universität Heidelberg

    Dr. Schuster forderte in der Heidelberger Hochschulrede eine „Reifeprüfung für Deutschland“.

    Anrede,

    in dieser prächtigen und geradezu Respekt einflößenden Aula möchte ich mich zuerst an jene unter uns wenden, die vermutlich mit den größten Erwartungen heute Abend hier sitzen: an die jungen Menschen, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben.

    Sie alle, liebe Absolventen, sitzen hier mit Spannung. Ich bin weder so naiv noch so eingebildet zu glauben, dass es meine Rede ist, die Sie mit Spannung erfüllt. Nein, Sie freuen sich natürlich, schon bald die Urkunde in Händen zu halten, die Ihnen schwarz auf weiß bestätigt, mit welchem akademischen Grad Sie sich schmücken dürfen.

    Und ich nehme es mir heraus, Ihnen schon vor der Übergabe der Urkunden ganz herzlich zu gratulieren!

  • Interviews des Präsidenten / 24.10.2017

    »Bedrückend und beunruhigend«

    Interview des Zentralratspräsidenten Dr. Josef Schuster, Jüdische Allgemeine, 23.10.2017

    Dr. Josef Schuster

    Josef Schuster über den Einzug der AfD in den Bundestag und die daraus folgenden politischen Konsequenzen.

    Herr Schuster, nun bildet sich das Wahlergebnis im Bundestag ab. Die AfD sitzt im Parlament. Was löst das in Ihnen aus?
    Mir ist mulmig zumute, das sage ich ganz offen. Es ist ein bedrückendes und beunruhigendes Gefühl zu wissen, dass jetzt Menschen im Bundestag sitzen, die nach meinem Eindruck gerne die NS-Vergangenheit verschweigen würden und gezielt Stimmung gegen Muslime und Asylbewerber machen. Gerade an diesem historischen Ort weckt das ungute Gefühle.

  • Reden und Texte / 09.10.2017

    Keine Zusammenarbeit mit Rechtspopulisten

    Gastkommentar von Zentralratspräsident Dr. Schuster und CRIF-Präsident Francis Kalifat, Die Welt, 7.10.2017

    Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

    Bei den politischen Dachverbänden der jüdischen Gemeinden und Institutionen in Deutschland und Frankreich - dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Repräsentativen Rat der jüdischen Institutionen von Frankreich (CRIF) - ist es seit Jahrzehnten gute Tradition, überparteilich zu arbeiten. Wir haben stets Kontakt zu allen in den jeweiligen Parlamenten vertretenen Parteien gehalten.

    Das hat sich in Frankreich mit dem wachsenden Erfolg des Front National geändert. In Deutschland stehen wir mit dem Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Bundestag ebenfalls vor einer neuen Situation, die ein Umdenken erfordert und uns veranlasst, von alten Gepflogenheiten Abstand zu nehmen.

    Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und in Frankreich schätzt politischen Pluralismus in der Demokratie. Gerade deshalb sehen wir keine Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der AfD oder dem Front National. Juden haben aufgrund ihrer leidvollen Geschichte feine Sensoren, wenn Populisten anfangen, demokratische Werte im Misskredit zu bringen, die Gesellschaft zu spalten und Minderheiten anzugreifen. Die Geschichte hat uns bitter gelehrt, wohin es führen kann, wenn über Jahre der Bevölkerung weisgemacht wird, eine bestimmte Minderheit schade dem Land.

  • Aktuell / 25.09.2017

    Mazal tov!

    Rabbiner Henry G. Brandt feiert heute seinen 90. Geburtstag

    Rabbiner Henry G. Brandt.

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hat Rabbiner Henry G. Brandt herzliche Glück- und Segenswünsche zu dessen heutigem 90. Geburtstag überbracht. Rabbiner Brandt zählt zu den prägenden Persönlichkeiten im liberalen Judentum sowie im jüdisch-christlichen Dialog in Deutschland. Dr. Schuster würdigte die großen Verdienste des Rabbiners vor allem in der Verständigung zwischen den Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft.

  • Presseerklärungen / 24.09.2017

    Zentralrat der Juden sieht Bundestag vor größter demokratischer Herausforderung seit 1949

    Noch nie seit Gründung der Bundesrepublik stand der Deutsche Bundestag vor einer so ernsten Herausforderung wie jetzt: Erstmals ist eine rechtspopulistische Partei, mit starken Überschneidungen zur rechtsextremen Szene, in dieser Größenordnung in den Bundestag gewählt worden. Jetzt gilt es, im Parlament selbst für die Demokratie zu kämpfen und ihre Werte vehement zu verteidigen. Die anderen im Bundestag vertretenen Parteien dürfen sich von der AfD weder gegeneinander ausspielen noch provozieren lassen.

  • Reden und Texte / 20.09.2017

    Bei Antisemitismus werden wir nie schweigen

    Gedanken zu Rosch Haschana von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster

    Typische Speise an Rosch Haschana: der Granatapfel.

    Im Juni hat der bekannte Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Patrick Bahners, einen Text veröffentlicht, den er mit „Die Angst vor dem A-Wort“ überschrieben hat. Darin behauptet er, dass es in Deutschland so etwas wie ein Meinungskartell gebe, dass jeden Israel-Kritiker als Antisemiten abstempele. Die Furcht vor dem „A-Wort“ schade unserer Meinungsfreiheit.

    Das „A-Wort“ hat auch für den Zentralrat der Juden in Deutschland die politische Arbeit im zurückliegenden Jahr bestimmt. Allerdings mitnichten, weil wir uns vor dem Begriff Antisemitismus fürchten. Und auch nicht, weil wir den Begriff erfolgreich einsetzten, um unsere Kritiker und Gegner mundtot zu machen.

  • Presseerklärungen / 20.09.2017

    Zentralrat begrüßt Kabinettsbeschluss zur Antisemitismus-Definition

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt den Beschluss der Bundesregierung, die Bekämpfung des Antisemitismus zu verstärken. Wenn die international vereinbarte Definition von Antisemitismus künftig in den Schulen, in der Ausbildung im öffentlichen Dienst und in der Justiz berücksichtigt wird, ist damit ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antisemitismus getan. Auch die Polizei erhält mit der Antisemitismus-Definition ein Werkzeug an die Hand, mit dem antisemitische Straftaten auch als solche effektiv eingestuft werden können.

  • Presseerklärungen / 15.09.2017

    Zentralrat der Juden: Kampf gegen Rechtsextremismus massiv verstärken

    Gespräch mit Trägern des Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage

    Das Präsidium des Zentralrats und die Preisträger.

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland ruft dazu auf, den Kampf gegen Rechtsextremismus massiv zu verstärken. Alle demokratischen Kräfte – die Parteien und die Zivilgesellschaft – müssen zusammenstehen, um den Umtrieben der Rechtsextremisten Einhalt zu gebieten. Dies muss auch eine vordringliche Aufgabe für die neue Bundesregierung nach der Wahl sein. Ebenso muss das Augenmerk stärker auf radikalisierte Jugendliche generell gerichtet werden.

  • Reden und Texte / 11.09.2017

    "Anwälte der Schwachen und Bedürftigen"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der ZWST, 10.9.2017, Frankfurt

    Lobte das soziale Engagement der Mitarbeiter und Ehrenamtler: Dr. Josef Schuster.

    Anrede,

    um 100 Jahre ZWST zu würdigen, möchte ich Ihnen gerne von Paul Bertold erzählen. Sie kennen Paul Bertold nicht? Paul Bertold veröffentlichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Erzählungen und ein Theaterstück sowie eine Schrift über Juden in Galizien.

    Paul Bertold ist für die Zentralwohlfahrtsstelle eine entscheidende Figur. Denn eigentlich verbarg sich dahinter eine Frau, der es zu wenig war, als höhere Tochter ihr Leben zu verbringen. Berufstätigkeit, geschweige denn die Veröffentlichung eigener Werke - das war damals bei Frauen nicht gern gesehen. Deshalb wählte Bertha Pappenheim ein männliches Pseudonym: Paul Bertold.

  • Presseerklärungen / 08.09.2017

    Zentralrat der Juden startet Begegnungsprojekt für Schüler

    Wie sehen Juden eigentlich aus? Feiern Juden Weihnachten? Sind alle Juden Israelis? Mit solchen Fragen sind Lehrer häufig in der Schule konfrontiert. Um antisemitische Vorurteile aus dem Weg zu räumen und das Wissen über das Judentum zu vergrößern, startet der Zentralrat der Juden in Deutschland in diesem Schuljahr bundesweit das Projekt „Likrat – Jugend und Dialog“ (hebr.: aufeinander zu).

  • Reden und Texte / 07.09.2017

    "Der Schmerz ist nicht in Worte zu fassen"

    Grußwort von Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster anlässlich des Besuchs des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in der KZ-Gedenkstätte Dachau, 6. 9. 2017

    In der KZ-Gedenkstätte Dachau: der israelische Präsident Reuven Rivlin (5. v. l.), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Zentralratspräsident Josef Schuster (2. v. l.) begrüßte die Gäste.

    Anrede,

    „Ich erzähle von Auschwitz, Warschau, Dachau ohne mich von dem Ungeist von Auschwitz beherrschen zu lassen, indem ich versuche Brücken zu bauen zwischen Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, mit je unterschiedlichem Hintergrund, über alle politischen und religiösen Hindernisse hinweg.“

    Diese Worte stammen von Max Mannheimer sel. A. Er sprach sie am Holocaust-Gedenktag 2015, vor dem Bayerischen Landtag. Max Mannheimer überlebte die Konzentrationslager Dachau und Auschwitz. Er setzte sich Zeit seines Lebens dafür ein, die Erinnerung wachzuhalten und Brücken zu bauen. Im vergangenen Jahr ist er für immer von uns gegangen.

  • Presseerklärungen / 06.09.2017

    Keine Unterstützung mehr für BDS-Bewegung – Gespräch des Regierenden Bürgermeisters mit Zentralrat der Juden

    Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, wird sich persönlich dafür einsetzen, dass Gruppen oder Veranstalter, die die anti-israelische BDS-Bewegung unterstützen ähnlich wie in Frankfurt/M. und München keine städtischen Räume oder Zuschüsse mehr bekommen. Ebenso machte Herr Müller deutlich, dass Berlin weiterhin alle Rechtsmittel und Auflagen gegen antisemitisch geprägte Veranstaltungen wie den jährlichen Al Quds-Marsch ausschöpft und Rechtsbrüche mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt sowie die Bekämpfung des Antisemitismus in den Berliner Schulen verstärken wird. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Zentralrat begrüßt diesen Schritt des Regierenden Bürgermeisters ausdrücklich.